Archiv des Monats: Juli 2013

On foreign soil – Perth

02.-05.07.13

Die ersten Tage in Australien habe ich in Perth verbracht. Und mein (zugegebenermaßen anspruchsvoller) Plan „Ein Jahr ohne Regen“ hatte sich leider schon in der ersten Nacht erledigt. Gut, dass Birte am nächsten Morgen aus Adelaide kam, so dass wir dann gemeinsam durch das kühle Perth wandern konnten und jeder gleich mal 14 Australische Dollar für Rührei mit Toast ausgegeben haben – ein erster Eindruck der australischen Preise, der sich in den nächste Wochen bestätigen sollte. (Gerade gelesen: Perth wurde heute als Nummer zehn der teuersten Städte der Welt gekürt. Darwin 12. Platz. Trondheim ganz vorne.) Aber ist ja Urlaub. Zumindest für Birte. Perth selbst hat mich nicht so umgehauen, schon irgendwie nett, aber wenig Flair und so eine modern durchgestylte Innenstadt, wie man sie mittlerweile häufiger sieht. Wir haben uns dann noch den Pier, den Bell Tower und einen Park angeschaut und auf dem Rückweg herausgefunden, dass man in der State Library für drei Stunden umsonst ins Internet kann. Hilft aber nur bedingt, wenn man erst 30 Minuten vor Schließung hingeht. Abends bestätigte sich unser Gefühl des Tages, dass die Australier eher kälteresistent sind. Die Restaurants waren gut gekühlt und hatten die Tür zur noch kühleren Straße meist offenstehen. Dafür gab’s das erste australische Bier. Recht lecker.

Next day: Das Museum of Western Australia war wirklich spannend und wir wären bestimmt noch länger geblieben, wenn das Wetter nicht so gut gewesen wäre und wir deshalb zeitig nach Fremantle, einen Vorort von Perth, wollten. Hat sich gelohnt. Freo, wie es die Einheimischen bestimmt nennen, hat nämlich total Flair. Und ein Gefängnis, Fremantle Prison. Die Tour dort war spannend, der Tourführer war eine Mischung aus Tom Hanks und Bill Murray und auch sonst ganz lustig. Und ich habe meinen ersten Galgen gesehen. Mmh. Den Rest des Tages sind wir dann flaniert, dazu gibt es ja schließlich den Cappuccino Strip. Abends ins Little Creatures, eine micro brewery mit verschiedenen kreativen Bierzusammenstellungen. Sehr nett, auch wenn sie bei der Pizza den Prosciutto vergessen haben und ihn uns auf Nachfrage als Extrateller neben die Pizza gestellt haben. Mmh.

Ein Beitrag, ein Beitrag

Wenn in den Kommentaren mehr geschrieben steht als im Blog selbst, dann kann das bedeuten, dass die Blogbeiträge derart anregend sind, dass sich viele Menschen dazu äußern möchten. Oder dass der Blogbetreiber zu wenig schreibt.
Wie auch immer: Ich bin gerade in Darwin, habe unglaublich tolle erste vier Wochen hinter mir und fahre heute mit dem Zug nach Alice Springs, um von dort aus das rote Zentrum zu rocken (wenn man dem Namen der Tour glauben schenkt).

Ich habe auf der 23-stündigen Zugfahrt hoffentlich etwas Zeit, um die bisher gemachten Eindrücke zu sortieren und, auch für mich, schriftlich festzuhalten. Das werde ich dann hier veröffentlichen. Ist zumindest mein wieder einmal guter Vorsatz. Auf jeden Fall gibt es bald mal Bilder zu sehen.

Ich bin übrigens fortan unter der folgenden australischen Nummer erreichbar: +61421459749. Falls ihr mal eine SMS schreiben möchtet, gerne.

Die Berichte gibt es dann wohl stückchenweise in den nächsten Tagen. Hoffentlich. In diesem Sinne erstmal viele Grüße aus dem Top End von Down Under.

Update: Ein kurzer Zwischenstopp in Katherine und schon geht’s los. Bericht über die ersten Tage ist online. Mehr aber erst morgen. Oder so.

Zwischenstopp

Um die guten Vorsätze möglichst lange aufrecht zu erhalten, hier eine kurze Zwischenmeldung:

Ich bin in Singapur angekommen. Passend zu meinem letzten Beitrag hatten wir ein paar Turbulenzen über dem Indischen Ozean, ist aber alles gut verlaufen. Erkenntnis: Ich kann nicht nur in Bussen, Kinos und im Theater, sondern auch in Flugzeugen gut schlafen.

Mal kurz zum Blog:

Kommentare sind natürlich gerne gesehen, die muss ich aber erst freischalten, also nicht wundern, wenn’s mal länger dauert.

Es sollte funktionieren, meine Reiseroute einzupflegen, mal sehen, wann ich das hinbekomme.

Ja, es wird auch Fotos geben 😉

(One Year) Off I Go

Hinter mir liegen turbulente Tage.

Und hier kommt dann auch gleich die Entschuldigung für die vielen unbeantworteten SMSen und die zu kurzen oder ausgefallenen Telefonate – ich hatte wirklich viel zu tun und manchmal einfach keinen Kopp mehr für manche Dinge.

Die Wohnungsauflösung auf Raten erforderte viel Geduld und zeigte immer wieder, dass ich einfach nicht schätzen kann, wie viel Mobiliar und Kleinkrams in einen Hänger passt. Oder in einen Sprinter. Oder noch einen Hänger. Oder in mein Auto. Danke für die vielen helfenden Hände, die mich bei der Unterbringung meiner Sachen unterstützt haben. (Kerrin, die Miete für den nun voll ausgestatteten Keller darfst Du alleine einstreichen. Und in Onkel Toms Hütte kann ich bei meiner Wiederkehr eigentlich gleich einziehen.)

Parallel zum Umzug und jeder Menge organisatorischem Kram gab es viele emotionale Abschiede, die praktischerweise auf mehrere Tage ausgeweitet wurden und mir wunderschöne und lustige Erinnerungen zum Mitnehmen brachten. Z.B.:

  • eine tolle Englandfahrt mit dem 9. Jahrgang und netten KollegInnen (Ich frage mich jedenfalls nicht, was das eigentlich gebracht hat.)
  • Pimm’s-Party am letzten Schultag (und für einige auch durchgehend bis Montag Abend, liebe StR St)
  • der Papa hatte Ausgang
  • die Mumie entschied häufig zu meinen Ungunsten (und verzählte sich dauernd!)
  • Assi Q
  • eine nackte Hockeymannschaft am Strand
  • Kumpir á la Susi
  • Illegal 2001 auf der Kieler Woche
  • eine tolle Abschiedsfeier mit KollegInnen bei bestem Regenwetter, Herrn Mötens Schwenkgrill und vielen praktischen Geschenken (ist [fast] alles mit auf Tour!) (Petra, erinnere mich [bitte] an das Fax, wenn ich wiederkomme). Danke für die coole Party-Location, Sannie!
  • ein letztes Frühstück mit der „Gang“
  • Bastis Junggesellenabschied (hup, Holland, hup!) samt Sightseeing und Reviermarkierung in der Hafencity sowie Hausmeister Luth und Familie Peters vorm Rodizio – mal sehen, wen ich in Perth so treffe…)
  • Elektrogrillabschied in Luhdorf (ja, ich weiß, Kohle is‘ besser) inklusive Fußballspiel mit Mads (ich durfte mitspielen, und ich erinnere mich daran, dass Maik extrem gut war) und einem tollen Kindle (ist bereits eingerichtet und Jack Reacher Book 1 ist auch schon drauf! Vielen Dank! Muss aber trotzdem mal sehen, wiedalliichzurückkomme.)
  • Abschied von den Großeltern, mit weisen Worten meiner Oma, die noch aus Schulzeiten dieses plattdeutsche Gedicht kannte (ungefährer Wortlaut, hab’s im Netz nicht gefunden):

    „Een Jahre ist eine lange Tied,

    wenn es noch vor einem liegt.

    ein Jahr ist nur ein kurzes Stück,

    blickt man später drauf zurück.“

  • und schließlich ein letztes Frühstück mit den Eltern, die jetzt Ordnung in die ganzen Kisten bringen dürfen, die so im Abstellraum stehen. Vielen Dank für alles!

Es waren wirklich schöne vorerst letzte Tage (so muss man das wohl sagen) und ich werde euch alle wirklich vermissen. Und ich freue mich, bei meiner Rückkehr wieder so viele tolle Menschen zu treffen.

Nun sind es 23° Celsius, ich gucke nach Süden (Danke, Kattl!) und sitze am Heathrow Airport, wo man 45 Minuten Free Wi-Fi-Zugang hat. Mein Flug nach Singapur startet in zwei Stunden und irgendwie realisiere ich glaube ich immer noch nicht, was das eigentlich bedeutet. Wohl zumindest dies:

Vor mir liegen turbulente Tage. Und ich freue mich darauf.