Rainbow Beach und Fraser Island

16.-19.09.2013

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und ja, sie besteht wirklich nur aus Sand und alle Pflanzen und der Regenwald dort wachsen auf Sand. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass, wenn man dort fahren möchte, man nur auf Sand fährt und deshalb einen Vierradantrieb benötigt. Q.e.d., sozusagen. Und da wir natürlich immer schon mal im Sand herumheizen wollten, haben wir extra die Tag-Along-Self Drive-Tour gebucht. Dafür mussten wir am Tag vorher ein Briefing über uns ergehen lassen (auch am Strand ist Linksfahrgebot, Dingos nicht füttern, auf Wellen und Gezeiten achten etc.). Dabei haben wir auch unsere Autobesatzung kennen gelernt, mit der wir am Abend noch etwas Billard und Karten gespielt haben.

Am nächsten Morgen ging’s dann los. Acht Leute im Auto: Ramona, Vanessa, Lara aus Deutschland, Gino aus der Schweiz und Benoit und Thibaud aus Frankreich. Dazu noch Björn und ich.

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Nachdem unser Guide Luke noch schnell die Lautsprecher seines lead trucks repariert hatte (Musik ist halt wichtig), sind wir mit der Fähre übergesetzt (Delfine überall!) und haben schon nach ein paar Metern auf der Insel den ersten Dingo gesehen:

Exkurs (Bildungsauftrag): Dingos kamen vor ca. 10.000 Jahren aus dem nördlichen Papua-Neuguinea nach Australien. Da es bis dahin keine Raubtiere auf dem Kontinent gab, hatten sie keine natürlichen Feinde und konnten sich ordentlich austoben. Damit sind sie, neben dem Menschen natürlich, auch dafür verantwortlich, dass einige Tierarten, wie z.B. das Riesenkänguru, mittlerweile ausgestorben sind (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Auf Fraser Island leben sie auch schon sehr lange und hatten sich mit der Zeit so an die Touristen gewöhnt, dass sie kaum noch Scheu zeigten und sich auch in Camps wagten, um dort Essensreste abzugreifen. Vor ein paar Jahren gab es dann einen Zwischenfall, bei dem ein Dingo ein Kind tötete. Daraufhin wurden diverse Dingos erlegt und es wurde beschlossen, klare Richtlinien im Umgang mit den Tieren durchzusetzen (z.B. keine Annäherungsversuche wie Füttern mehr). So werden Dingos mittlerweile wieder als das, was sie sind, nämlich wilde Tiere, behandelt, und wenn man nicht gerade im Vollsuff zwei Kilometer außerhalb des Camps bei Pinkeln umkippt und liegenbleibt (wie es vor einiger Zeit angeblich ein Tourteilnehmer tat), gehen sie einem aus dem Weg. (Der werte Tourist wurde übrigens übel zugerichtet und zerfleischt, hat aber überlebt.) Langer Exkurs, sorry. Da kam das Lehrergen durch.

Unser Guide Luke war eine ziemlich coole Socke, der die mir sehr sympathische Macke hatte, möglichst viele seiner Ansagen in Reimform zu packen. Außerdem hat er mir sehr interessante Ansichten zur Situation der Aborigines und zum Leben allgemein geliefert. Eines seiner Mottos werde ich zukünftig übernehmen: Appreciate.

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Am ersten Tourtag sind wir noch zum Lake MacKenzie gefahren, einem See, der nur aus Regenwasser besteht (perched lake, heißt das glaube ich), bevor wir abends im Camp gekocht, gespielt und die zwei niedlichen Riesenpythons beobachtet haben, die sich unter dem Vordach aufhielten.

Tag 2 begann mit einer Fahrt zum Hangover Creek, der eigentlich Eli Creek heißt, und aus dem wir unser Trinkwasser aufgefüllt haben – sicherheitshalber am Anfang des Baches.

Dann ging es zum Wrack der Maheno, welches 1936 beim Transport nach Japan auf Grund gelaufen ist und dann wegen eines extrem ungünstigen Kosten-Nutzenverhältnisses einfach liegengelassen wurde.

Danach zum Indian Headland, zum Wal-, Delfin-, Hai- und Schildkrötenbeobachten. Nur Schildkröten gesehen. Also ab zum Champagne Pool, der aber nur mit Wasser gefüllt ist und bei Ebbe auch nur sehr bedingt. Dann haben wir noch Pippies (Muscheln) gesammelt, welche abends gekocht und verzehrt wurden.

Ansonsten fällt der zweite Abend unter das Motto: What happens on Fraser, stays on Fraser.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen war schön, auch wenn natürlich wieder mal Wolken im Weg waren:

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Der letzte Tag bestand aus Resteessen (man kann sagen, dass die zur Verfügung gestellte Box mit Essen zum Selberrationieren nicht gereicht hat) und einem Besuch am Lake Wabby, umrundet von, überraschenderweise, Sand.

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Abends dann wieder Bier und Billard in Rainbow Beach sowie ein bisschen Dart, Tischtennis und Livemusik. Appreciate.

2 Gedanken zu „Rainbow Beach und Fraser Island

  1. Karl-Heinz weselmann

    Hallo Tobias,
    ich finde deine Reisebeschreibungen richtig gut. Bekommen schon ein bischen Fernweh!
    Aber du hast hast hier auch eine ganz tolle Hochzeitsfeier von Katrin und Timo verpasst von der wir hier noch sprechen.
    Ich werde deine Reise weiterhin begleiten.
    Gruß
    Karl-Heinz

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    1. Tobi Beitragsautor

      Ah, endlich mal die olle Verwandtschaft. 😉
      Danke für das Kompliment. Ich habe schon gehört, dass es eine tolle Feier war! Und es ist leider nicht die einzige Hochzeit, die ich während meiner Abwesenheit verpasst habe… 🙁
      In Noosa habe ich mich übrigens bei meiner dortigen Arbeit sehr an euer Grundstück erinnert gefühlt. Bericht folgt bald.

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