Archiv des Monats: März 2014

Mount Aspiring National Park, Wanaka und Queenstown

03.-09.01.2014

Nach drei Tagen Stadtleben war es wieder Zeit für die Natur. So hielt ich für eine Nacht am windigen und überfüllten Lake Tekapo (ich habe gerade noch einen Campingplatz bekommen) und habe Mount John bestiegen.

Da die Wettervorhersage ziemlich mies war, habe ich danach Mount Cook rechts liegen gelassen und bin direkt nach Wanaka und in den Mt Aspiring National Park gefahren. Dort habe ich den lokalen Berg umrundet und danach noch einen coolen Track am Diamond Lake gemacht.

Ärgerlicher Weise ist mir dabei meine ohnehin schon lädierte Kamera (einigen wird evtl. der Fleck in der Mitte der meisten Fotos aufgefallen sein) endgültig kaputt gegangen. Blöd. Vor allem, da am nächsten Tag der bis dato tollste Track anstehen sollte, der zum Rob Roy Glacier. Die Fahrt zum Anfang der Wanderung war schon spektakulär (natürlich), die glacier valley aber noch cooler. Und ich konnte keine Fotos machen. Somit muss ich mir die Eindrücke im Gedächtnis behalten. Das fällt nicht schwer, denn bei der ersten Lichtung auf dem Weg nach oben empfing mich ein wunderbarer Regenbogen, der das ganze Tal ausfüllte. Und niemand außer mir war da um ihn zu sehen. Appreciate.

Abends habe ich mir dann aber doch eine neue Kamera gekauft. Sonst kann ich in Zukunft ja gar nicht mehr angeben. In den nächsten Tagen war es meist regnerische, so dass ich mir die Gegend aus dem Auto angesehen habe. Dabei habe ich kurz in Queenstown, Action Capital of the world, gehalten und musste auch gleich weiter. Voll und nervig, voll nervig also. Den Ben Lomond Track hätte ich trotzdem gerne gemacht. Allerdings bin ich bei der Baumgrenze umgekehrt, da die Sicht mäßig, der Regen aber ganz ordentlich war.  Toll war aber der erste Teil des Routeburn Tracks, eines weiteren Great Walks, den man von Glenorchy aus gehen konnte. Sehr malerisch und wenn man (also ich) die Herr der Ringe-Filme im Kopf hat, hofft man überall Elben oder Zwerge zu sehen. Habe ich aber nicht.

Christchurch

31.12.2013-02.01.2014

Nach Weihnachten stand das nächste große Fest in der Fremde vor der Tür. Silvester war ich aber schon gewohnt, woanders zu feiern. Hallo Skifahrertruppe aus See bei Ischgl! Ich hatte mich ja bereits vor Wochen lose mit meinen beiden Israelis, Max und Arkady, vom Beginn meiner Neuseelandzeit hier in Christchurch verabredet und habe mich sehr gefreut, dass das auch geklappt hat. Ich treffe ja gerne liebe Menschen wieder. So haben wir, wie in der guten alten Zeit im November, die Stadt erkundet.

Alle Leute, die ich getroffen hatte, meinten ja, dass Christchurch seit dem Erdbeben von 2011 eine „broken city“ wäre – und sie hatten recht. Wenn man so durch die Reste des ehemaligen Zentrums wandert, wird einem (also mir) ganz mulmig und traurig zumute. Kaputte Kirchen, unbewohnbare, da Einsturz gefährdete Gebäude und sehr wenig Geschäfte und damit noch weniger Menschen. Ein bisschen Endzeitstimmung.

Christchurch versucht natürlich das beste aus der Situation zu machen und geht kreativ mit dem Zustand um. Die Re:Start-Gegend besteht aus Geschäften in Containern, das Quake-Museum erläutert die Zusammenhänge (eigentlich waren es zwei Beben und das zweite, schwächere, hat die bereits angeknacksten Bauwerke erst so richtig demoliert) und auf den Plätzen der mittlerweile niedergerissenen Gebäude haben findige Geschäftsleute (?) Parkplätze errichtet.

Aber da man ja auch in den tristesten Gegenden mit netten Menschen schöne Zeiten verbringen kann, war mein Aufenthalt in der Stadt ganz spaßig. Das Silvesterfeuerwerk in immerhin der drittgrößten Stadt Neuseelands war allerdings ziemlich mau und in keinster Weise auch nur im Ansatz mit der Feuerwerk in See zu vergleichen. Nach gefühlten drei Minuten war das Ganze auch schon vorbei. Das dieses aber sehr zentral stattfand, hatten wir vorher und nachher das Problem, Kneipen zu finden, denn die sind aus dem toten Zentrum mittlerweile abgewandert. Hat aber nach einigem Fußmarsch doch geklappt und wir konnten ein paar gemütliche Bierchen zu uns nehmen. Silvester also auch gut überstanden. Am 02. Jänner bin ich dann mit Zwischenstopp im Royal Air Force Museum weitergedüst. Ich hatte ja noch Einiges auf dem Plan und wollte mir die angeblich richtig schönen Orte des Landes angucken.

Arthur’s Pass

29.-30.12.2013

(2nd try.)

Arthur’s Pass is a road through mountain ranges connecting the west coast with Christchurch on the east coast. And it was another spectacular drive. I just can’t get enough of them.

In Arthur’s Pass village I did some shorter hikes around the area and saw the following:

After an overnight stop at the Lake Pearson campsite (free and awesome, that’s how I like it) I stopped at Castle Hill. And yes, there’s a reason for the name:

In the evening I arrived in Christchurch.

The Glaciers

27.-28.12.2013

In Greymouth konnte ich mein nächstes Ziel schon vom Point Elizabeth walk sehen: die Gletscher der Westküste:

P1090256

Da hinten links.

Auf dem Weg dahin bin ich, nun zum ersten Mal alleine unterwegs, kurz zur Hokitika Gorge abgebogen.

Die weitere Strecke war wieder einmal atemberaubend:

Ziel der Fahrt waren die beiden Gletscher, Franz-Josef, benannt nach dem Sissi-Kaiser, und Fox, benannt nach dem Akte X-Mulder. Eins davon stimmt nur. Beim Franzerl habe ich nur ein paar kurze Walks gemacht.

Abends bin weiter zum Fox Glacier und habe dort den Spiegelsee Lake Matheson abgecheckt. Leider habe ich bei meinem Auto das Licht angelassen (der macht keinen Ton, wenn man’s vergisst…), so dass ich, als ich mir dessen bewusst wurde (ca. 3 Stunden später) schnell zurück hetzen musste. Sprang zum Glück noch an, aber ich habe wohl die stillste Phase des Sees verpasst. Deshalb bin ich am nächsten Morgen mit Stephan und Chris, die ich auf der Gillespie-Campsite kennen gelernt habe, nochmal hin. Nun aber endlich die Fotos:

Beim Fox Glacier habe ich mich zum ersten Mal an Ice-Climbing versucht. Hat schon was, Eiswände hochzukraxeln. Die Videos, in denen man sehen kann, wie geschmeidig ich unterwegs war, zeige ich dann persönlich. Vielleicht.

 

A Grey(mouth) Christmas

25.-26.12.2013

Heilig Abend auf der anderen Seite der Welt. 25 Grad. Komisches Gefühl. Aber halb so wild. Als ich abends im YHA in Greymouth ankam war dort nämlich schon gedeckt: jede Menge Süßes, zubereitet von der guten Seele des Hostels, der Ü70-jährigen Clarrie. Sie hatte Massen an sweets ’n treats zusammengestellt und da – what a surprise! – die meisten Hostelgäste deutsch waren, gab es diese bereits am Christmas Eve – normalerweise wird am 25.12. gefeiert. Als ich davon erfuhr, war ich natürlich sehr begeistert und habe mich artig bei ihr bedankt. Wir kamen etwas ins Schnacken und kurze Zeit später kam sie zu mir und überreichte mir ein kleines Päckchen. Darin befand sich ein Jade-Stein, Pounamu genannt.  Sie gibt jedes Jahr einem Hostelgast ein Geschenk und dieses Jahr war ich der Glückliche. Toll, ein Weihnachtsgeschenk an Heilig Abend! (Das sind die Momente, die auch ohne Foto im Gedächtnis bleiben.)

Am Christmas Day bin ich mit meinen Mitbewohnern aus Italien und Frankreich etwas durch das ziemlich unspektakuläre Greymouth spazieren gegangen. Mittags waren alle Hostelgäste von Clarrie eingeladen worden, am Community Christmas dinner in einer der örtlichen Gemeindehäuser teilzunehmen. Es gab lecker und reichlich Essen und die besten Kirschen, die ich je gegessen habe. Da das alles für lau war, habe ich noch etwas beim Abwasch geholfen und bin dann zurück ins Hostel. Dort habe ich Alex, Marisa und Amandie kennen gelernt, mit denen ich dann mein zweites Christmas dinner (diesmal am Abend) zu mir nahm. Zu Weihnachten gehört viel essen ja dazu. (Die Süßigkeiten vom Vortag waren auch längst noch nicht aufgebraucht.)

Der Zweite Weihnachtstag heißt hier Boxing Day und sein Hauptmerkmal ist, dass viele Geschäfte ordentlich Rabatte auf ihre Waren geben. Das hat naturgemäß zur Folge, dass die Stadt voll mit Menschen ist. Ich habe mir das auch kurz gegeben (ist ja sowas wie eine kulturelle Erfahrung), bin aber schnell wieder raus und habe dabei auch Greymouth gleich verlassen. Weihnachten gut überstanden. (Zuhause ist aber doch schöner.)

Kohaihai to Hokitika – spectacular west coast

22.-24.12.2013

Weiter ging’s über Westport, wo am Cape Foulwind Robben herumhingen, nach Karamea, the end of the road. Dort startet der Heaphy Track, ein weiterer Great Walk, welcher die einzige Verbindung zwischen Nordwesten und Norden ist. Straßen gibt es nicht. Da das DoC in der Broschüre aber die Einheiten vertauscht hat und aus Metern Fuß wurden – was zur Folge hatte, dass ich dachte, man müsste am ersten Tag 3000m hochwandern – habe ich an eine Nutzung des Tracks keinen weiteren Gedanken verschwendet. Zwei aufgesammelte Hitchhiker aus Österreich und der Schweiz taten dies aber. Am Abend vorher haben wir mit ihnen noch Moria Gate (hat außer dem Namen aber nix mit dem Herrn der Ringe zu tun – gute Touristenfalle), Mirror Tarn und Oparara Arch angeschaut.

Am nächsten Tag sind wir kurz den Anfang des Heaphy Tracks gewandert und haben uns ein paar Caves angesehen, von denen ich aber nur dunkle Fotos habe.

Dann sind wie wieder gen Süden gefahren, wo laut Lonely Planet eine der zehn besten Autostrecken der Welt auf uns wartete: Westport nach Punakaiki. Und ich kann sagen, dass sie ganz vorne in meinen Top Ten ist und noch ein Stück geiler war als die Great Ocean Road, auch wenn die Fotos das so nicht unbedingt hergeben.

Nach einer Nacht in Punakaiki haben wir dort die so genannten Pancake Rocks und die Blowholes angesehen. Letztere hatten aber keine Lust oder nicht genug Strömung zum Hochschießen. Und da wir ja schon zwei Tage lang trocken geblieben waren, wagten wir uns auf den örtlichen Loop-walk – und wurden wieder mal schön nass…

Abends habe ich Fabienne in Hokitika abgesetzt und bin selber nach Greymouth gefahren, wo ich Weihnachten verbringen wollte.

Nelson Lakes and the Buller Region

20.-21.12.2013

Nach zwei Wochen Arbeit war ich wieder in Reisestimmung und so ging es im fertig ausstaffierten Auto weiter gen Süden. Fabienne, die meistens möglichst schnell nach Stewart Island wollte, begleitete mich in den nächsten Tagen, in denen ich endlich mal auf den hochgelobten DoC-Campsites übernachten konnte. Das Department of Conservation (verantwortlich für u.a. die Nationalparks und deren Erhaltung) stellt nämlich überall im Land günstige Campsites zur Verfügung (ca. 4.-€ pro Nacht), die man ohne Buchung aufsuchen kann. Das Geld tut man einfach in eine so genannte „honesty box“ und dafür darf man dort übernachten und hat ein Klo, oft auch fließendes Wasser (und wenn’s ein Fluß ist), sehr selten aber eine Dusche. Und Kochgeschirr samt Kocher muss man sowieso selbst mitbringen. Manchmal schon recht „basic“, aber dafür wacht man dann an solchen Orten auf:

Die Tour führte uns zu den Nelson Lakes, wo wir den Mt Robert umrundet haben, und nach Lyell, eine alte Minengegend, wo wir ordentlich nass geworden sind und gelernt haben, dass man auch bei den vermeintlich einfachsten Wegen doch lieber ein Foto von der Wanderkarte machen sollte. Dann könnte man sich nämlich durch Unsicherheit über den Routenverlauf entstandene 5km Umweg sparen. Dafür weiß ich jetzt, dass 10km auch locker in weniger als zwei Stunden zu wandern sind.

Motueka – Part 3: Living with a Maori family

Rima ist Maori und hat eine große Familie, die gerne mal vorbeikommt. So bekam ich in meiner Zeit in Motueka einen guten Eindruck von dieser Kultur und ihren Ritualen. Ich durfte sogar in das örtliche Marae. Das ist sozusagen der Tempel der Maori, in dem sie ihre Zusammenkünfte halten, Feste zelebrieren und ihre Vorfahren ehren. Ich hatte außerdem das Glück, der örtlichen Maraegruppe beim Einüben ihrer Lieder und Tänze für den bevorstehenden Wettbewerb zuschauen zu dürfen.

Und ich habe meinen privaten Ha-Ka von Pahir und Tane, Rimas Enkelkindern, bekommen 😉

Die Maori-Kultur ist sehr gegensätzlich zu der der Aborigines in Australien. Das sieht man auch schon daran, dass die Maori sich gegen die Kolonisierung der Engländer zur Wehr gesetzt haben – und das sehr erfolgreich. Ausgehend davon ist die Integration der Maori in die westliche Kultur (welche nicht zu verhindern war) vergleichsweise gut verlaufen (vgl. aber auch Treaty of Waitangi), wobei längst nicht alle geforderten Kompensationen erfüllt oder widerfahrenes Unrecht wiedergutgemacht werden können.

Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit bei Rima und Dennis, auch wenn in der Zeit einige Trauerfälle zu überstehen waren. Ich habe mich sehr wohl in der Familie gefühlt, einiges an Kiwi-Humor mitbekommen (und nur die Hälfte verstanden) und konnte meinen Akku auch wieder aufladen.

Achja, und bezüglich der Umfrage damals: Es gab Bauernfrühstück.

Haere Ra, Rima und Dennis!

Motueka – Part 2: The Abel Tasman Track

09.-11.12.2013

Praktisch an meinem entspannten Arbeitgeber war, dass ich auf gutes Wetter warten und dann kurzfristig auf meinen ersten richtigen Great Walk, den Abel Tasman Track, gehen konnte. Dazu hatte ich mich mit Fabienne verabredet, die auf den Zeltplätzen campte während ich aus Zeltmangel in den bereitgestellten Hütten übernachtete – „Ah, you’re one of the rich people“, wie ein Israeli meinte, den ich auf dem Weg getroffen habe. Das Wandern hat mir Spaß gemacht, auch wenn gerade der erste Teil des Tracks sehr überfüllt war und man aus dem Grüßen von entgegenkommenden Menschen gar nicht mehr herauskam. Mein erster mehrtägiger Trek mit 15kg Gepäck auf dem Rücken (Essen, Schlafsack, Gaskocher, Klamotten, Schuhe) verlief aber gut und auch die 20km Wanderung am zweiten Tag war halb so wild. Da am dritten Tag eine Flußüberquerung anstand, die man nur während der Ebbe durchführen konnte, schaffte ich es leider nicht mehr, ans Ende des Tracks und zurück zu wandern, so dass ich mit den drei Israelis Frisbeespielender Weise auf das gebuchte Wassertaxi nach Marahau wartete und einen eher entspannten letzten Wandertag hatte.

Motueka – Part 1: Time for some work again

04.-19.12.2013

Mit dem neuen Gefährt ging es gleich nach Motueka, wo ich zum ersten Mal in Neuseeland über helpx Arbeit für Kosten und Logis hatte. Bei Rima und Dennis hieß es wieder mal: It all comes down to weeding. Dazu ein bisschen Beerenpflücken, Rasenmähen und Holzsortieren. War natürlich alles machbar und beim Unkrautjäten konnte ich ein paar der mitgebrachten Hörbücher konsumieren. Außerdem hatte ich an den Wochenenden frei. So blieb mir genug Zeit die Umgebung zu erkunden und mein Auto auszustatten. Wie Jonny aus England später einmal sagte: „You make your car a second home.“ So wurden nach und nach folgende Dinge besorgt und aufbereitet: aufblasbare Luftmatratze, Kopfkissen, Kassettenadapter, power inverter, Gaskocher, Campinggeschirr und nicht zu vergessen selbstgenähte Star Wars-Vorhänge mit Klettaufhängung. Bastelanleitung kann ich gerne auf Nachfrage liefern, allerdings nur mündlich.

Warmgefahren wurde Mitsubishi Meyer mit Fahrten nach Takaka und zum angsteinflößenden, da bodenlosen (zumindest war keiner zu sehen) Harwoods Hole sowie zum zweitsaubersten Wasser Neuseelands, den Waikoropupu Springs.