28.-30.07.13
Heute hieß es „Goodbye, Birte“ (*schluchz*) und damit der Abschiedsschmerz nicht zu stark wird, haben Ivar (ein Niederländer von der Tour) und ich uns einen Wicked Campervan gemietet und sind zur Ablenkung in den Kakadu Nationalpark gefahren. Unser Van sah so aus:
- Hat lange gedauert, bis ich die Antwort herausgefunden habe
- oben: Ivar
Wicked, oder? Ich kann den Verleih übrigens nicht empfehlen. Bei 110km/h geht die Temperaturanzeige bereits über die Hälfte hinaus und man muss ewig mit 80km/h durch die Gegend juckeln, bis sie sich wieder einigermaßen eingependelt hat. Das kostet natürlich Zeit und Nerven. Außerdem vermieten die ihre Autos mit fast leerem Tank, sodass man erstmal tanken fahren muss. Und waschen muss man den Wagen bei Rückgabe auch noch. Skandal!
Auf dem Weg zum Nationalpark bin ich dann gleich durch mein erstes Buschfeuer am Straßenrand gefahren. Standard um die Jahreszeit. Trotzdem wenig Sicht. Am Visitor Centre haben wir erstmal wieder getankt, denn eine Tankfüllung reicht nur für 300km. (Gut merken, das wird noch wichtig.) Dort hat uns die nette Informationsangestellte auf unser Anliegen „long walks, no people, plunge pool“ die Yumikmik Walks empfohlen. Wir sind also gleich in den Süden des Parks gefahren und haben abends noch den Boulder Creek Walk mitgenommen.
- Daran haben wir uns lieber gehalten
- Find the frog
Am Campingplatz konnten wir dann aus unsere reichhaltige Erfahrung aus den Touren zurückgreifen und mit Restgas und Co das Essen zubereiten. Lecker.
Nach sehr langem Schlaf (wir waren beide überrascht) sind wir dann zum Motor Car Falls Walk aufgebrochen. Dumm nur, dass der an einer dirt road liegt, über die wir laut Vertrag mit unserem Campervan nicht fahren durften. Ging aber trotzdem. Das Risiko wurde belohnt mit vielfältiger Landschaft – Steine, rote Erde, Bäume, Gestrüpp, Hügel, Wasser. Und auf dem Rückweg wartete sogar noch ein schöner Pool auf uns.
- Find the dirt road
Wieder am Van stand dann das nächste Abenteuer an: tanken. Denn wir waren ja gestern ganz in den Süden des Parks gefahren. Leider gibt es aber nur im Norden Tankstellen. Und wenn die Strecke (one-way) ca. 200km lang ist, der Tank aber offiziell nur 300km hält, könnte es Probleme geben. (Wie dämlich ist es eigentlich in Australien, wo die Entfernungen zwischen den Ortschaften ohnehin schon riesig sind, ein Auto mit einer 300km-Leistung zu vermieten?! Da kommt man aus dem Tanken ja gar nicht mehr heraus.) Wir also immer schön 80km/h, Klimaanlage aus und fingers crossed Richtung Norden. 80km vor der Tankstelle meinte Ivar dann: „It’s empty.“ Gut, dass man noch mindestens 81km mit leerer Tankanzeige fahren kann, so dass wir in Cooinda tanken und zur Belohnung noch ein Eis essen konnten.
Mit vollem Tank ging’s dann zur Yellow Water-Region, wo wir die wetlands und unser zweites Salzwasserkrokodil gesehen haben.
- Das hier ist in der wet season…
- … manchmal alles unter Wasser
- Obacht!
Übernachtung auf dem Malabanjbanidju-Campingplatz, zusammen mit Mückenhorden. Im Van habe ich Ivar dann noch „Ansagen“ (Luhdorfer kennen das unter einem anderen Namen) beigebracht.
Am nächsten Morgen sind wir früh raus, da wir den Wagen am Nachmittag zurückgeben mussten und vorher noch möglichst viel sehen wollten. Auf dem Manngarra Walk, der direkt gegenüber von Arnhem Land, einem Gebiet, in dem ausschließlich Aborigines leben (zum Teil sogar noch so, wie sie das seit Jahrtausenden tun), liegt, haben wir dann auch jede Menge Krokodile gesehen, so früh morgens auch noch im hunting-mode (kurz auftauchen, gucken, wieder untertauchen und ganz woanders wieder auftauchen – wir haben lieber nicht gebadet). Wer braucht schon diese ganze croc spotting cruises?
- Gucken…
- …abtauchen…
- …angreifen
Leider konnten wir den Weg nicht ganz zum Ende gehen, da dort nur Frauen der Zutritt erlaubt war.
Sowas aber auch.
Weiter ging’s nach Ubirr, einem Ort, an dem die Aborigines seit Jahrtausenden ihre Wandmalereien anfertigten. Dort haben wir an den kostenlosen Ranger talks teilgenommen, die wirklich exzellent waren. Die Aborigines sind schon ein faszinierendes Volk.
- Bild 1
- Bild 2
- Bild 3
Hinter den Malereien auf dem ersten Bild verstecken sich viele ältere paintings, die übergemalt wurden und bis zu 40.000 Jahre zurückgehen könnten. Aus Respekt vor der Aborigine-Tradition lässt man sie aber so, wie sie sind.
Das mittlere Bild ist in ca. 10 Meter Höhe unter einem Felsvorsprung gemalt worden. Das schaffen, laut den Aborigines, nur die Mimi spirits, die lang und schmal sind und sich die Felsen einfach herunterholen, um sie zu bemalen, und sie danach wieder an den alten Platz hängen. Leider sind sie für die meisten Menschen unsichtbar.
Das rechte Bild ist keine Malerei, sondern ein Abdruck der Rainbow Serpent, im Aborigine-Glauben die Erschafferin der Welt. Selbstredend, dass der Platz heilig ist.
Danach sind wir wieder zurück nach Darwin gefahren, haben unterwegs das Auto gründlich gewaschen (der rote Sand hätte uns ja evtl. verraten) und es dann mit seeeeehr leerem Tank zurückgegeben. (Der nächste Ausleiher hat es hoffentlich noch bis zur Tankstelle geschafft.)
Abends dann noch auf ein erneutes Abschiedsgetränk ins Monsoons, dann ins Bett und am nächsten Morgen mit dem Shuttlebus zum Bahnhof – eine Zugfahrt stand auf dem Programm.



























Pingback: Great Ocean Trip – Day 1: Coorong National Park | One year off
Pingback: Australien – ein paar unsortierte Statistiken | One year off