02.08.13
Lange keine Tour mehr gemacht. Gut, dass ich die 3-Tagestour von Alice Springs ins Red Centre und zurück bereits in Deutschland gebucht hatte und somit endlich wieder früh raus musste – und das an meinem Geburtstag.
Der Truck war diesmal ein Bus mit Anhänger für’s Gepäck und es waren 21 Teilnehmer unter der Leitung von Pip.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis zum letzten Tag nicht alle Namen gekonnt habe, dazu war die Zeit zu knapp, meine Motivation zu gering und die Leute auch zum Teil etwas uninteressant bzw. anstrengend. Aber ich will ja nicht jammern, denn viele waren auch sehr nett.
Jedenfalls war das erste Ziel der Tour der sagenumwobene Uluru, der seit 1985 wieder im Besitz der Anangu ist und seitdem auch offiziell so heißt (Ayers Rock war nur die „weiße“ Benennung eines Monolithen, der schon lange einen Namen hatte). Dieser liegt übrigens keineswegs gleich um die Ecke von Alice Springs, sondern gute 600km weit weg. Es waren also noch einige Stunden zu fahren. Die Straßen sind aber mittlerweile so gut ausgebaut, dass man eigentlich hauptsächlich geradeaus fahren muss. Und natürlich an allen Stopps die anderen Touren, die die gleiche Route haben – und davon gibt es jede Menge –, wieder und wieder trifft.
Beim Uluru hatten wir ca. vier Stunden Aufenthalt, was laut Plan ziemlich genau für eine Umrundung des Berges reicht. Ich wollte aber gerne noch das Cultural Centre sehen, deshalb habe ich mich von Pip dort zusammen mit John aus England absetzen lassen und darauf gezockt, dass ich beides, Centre und Base Walk, zeitlich schaffe. Ausdauersport ist ja schließlich meine Spezialität. *hüstel* Die Option, auf den Berg zu klettern, gab es wohl auch, aber Pip hat doch sehr deutlich gemacht, dass es sehr gefährlich ist (und dabei diverse Unfälle aufgezählt) und außerdem wenig respektvoll gegenüber den Eigentümern, den Anangu, für die der Uluru ja eine heilige Stätte ist. Ich hatte mich, obwohl ich ja so einige Leute kenne, die dort hochgeklettert sind, im Vorhinein schon dagegen entschieden. Man klettert in einer Kirche ja auch nicht auf die Kanzel oder spuckt ins Weihwasser. (Interessante Randnotiz: Auf die Frage, warum man denn das Besteigen nicht einfach komplett verbieten würde, antwortete Pip, dass dann jeden Tag ein Drittel weniger Touristen kommen würden. Insbesondere die Japaner und Chinesen sehen die Uluru-Besteigung wohl als Höhepunkt ihrer Touren.)
Das Cultural Centre hat mich leider enttäuscht, da hatte ich mir mehr interessante Informationen versprochen. Jedenfalls ging’s dann gleich zum Uluru, für dessen Umrundung ich noch ca. zweieinhalb Stunden hatte. Und mal so als Tipp: Das reicht auch locker. Und es war toll. Ich war total gefangen. Denn ja, auch wenn man ihn schon tausendmal auf Fotos gesehen hat, man muss ihn einfach „live“ erleben. Ich kann auf jeden Fall sehr gut verstehen, dass, wenn man als Aborigine in dieser Gegend aufwächst, man sicher ist, dass dieser Berg eine höhere Bedeutung haben muss. Und wieder einmal muss ich Bill Bryson zitieren, der meine Gefühle so wunderbar auf den Punkt bringt:
Dabei ist der Uluru weder größer noch vollkommener gestaltet, noch in irgendeiner anderen Weise anders als das Bild, das man schon im Kopf hat. Ganz im Gegenteil. Man kennt den Felsen. Man erkennt ihn mit einem Gefühl, das nichts mit Kalenderbildern und Umschlägen auf Fotobänden zu tun hat, sondern sich auf etwas viel Elementareres gründet.
Man begreift es nicht und kann es auch absolut nicht in Worte fassen, doch man empfindet eine Bekanntschaft mit ihm – eine ungewohnte Vertrautheit. Irgendwo in den tiefen Schichten der eigenen Existenz hat sich ein Bruchstück einer lange schlummernden Urerinnerung, ein kleines Fitzelchen DNA gerührt oder gezuckt. Eine Regung, die viel zu schwach ist, als dass man sie verstehen oder deuten könnte, aber aus irgendeinem Grunde ist man überzeugt, dass dieses große, ehrfurchtgebietende Ding eine Bedeutung für einen hat und der Besuch hier doch mehr als Zufall ist.
(Quelle: Bill Bryson, Frühstück mit Kangurus)
Ich versuche das mal, so gut wie es eben geht, mit Fotos zu verdeutlichen:
- Eines meiner Lieblingsbilder
- Toll, oder?
- The scar
- fish face
- Jabba
- Bitte vergrößern
- Uluru at sunset
















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