Archiv des Autors: Tobi

Sydney – Part 1: Sympathetic Sydney

26.10.-01.11.13

Zum Ende meines Australienaufenthaltes bin ich dann doch nochmal in die größte Stadt des Kontinents gekommen. Ließ sich auch nicht verhindern, denn mein Flug ging von dort. Nach über einer Woche in Melbourne und Canberra hatte ich Städte etwas über, weshalb Sydney einen unfairen Startnachteil genoss. Nach einem Tag hatte sich das aber gelegt, denn es hatte mehr zu bieten als ich anfangs dachte.

Im Vergleich zu Melbourne ist Sydney viel weltstädtischer, es laufen jede Menge schöne Menschen durch die Gegend und die gesamte Stadt ist sehr durchtouristisiert. Man kann z.B. direkt nebeneinander in einen Zoo, ein Aquarium und ein Kino gehen – und das an einem Hafen, dem Darling Harbour. Und wie es sich für eine Großstadt gehört, ist sie immer irgendwie voll mit Menschen. Dazu gehören auch jede Menge Asiaten, welche ca. 17% der Bevölkerung ausmachen. Touristen nicht mitgerechnet.

Aber wie gesagt: So schlimm war das alles nicht. Ich habe natürlich die must-do’s mitgenommen, muss aber sagen, dass mich weder die Harbour Bridge noch das Opera House besonders geflasht haben. Bilder gibt’s trotzdem:

Und ich war im Kino. Wirklich. Thor 2 in 3D im IMAX mit dem größten Kinobildschirm der Welt. Auf den Film wurde ich ja in Noosa vorbereitet und ich fand ihn wirklich gut.

Canberra

24.-25.10.13

Australiens Hauptstadt wurde 1913 gebaut, da man sich nicht für Sydney oder Melbourne entscheiden wollte oder konnte. So wurde auf halben Weg zwischen den beiden Großstädten diese künstliche Stadt geschaffen. Und wie es mit solchen Städten häufig ist: niemand mag sie. Oder wie eine Führerin in Sydney meinte: The one thing that people from Melbourne and Sydney agree on is that Canberra basically sucks. Bis in die 1970er wohnten die Regierungsvertreter meist in den anderen beiden Städten und pendelten zu den Sitzungen, bis der damalige Prime Minister erließ, dass doch bitteschön alle auch an ihrem Arbeitsplatz wohnen sollten. So bekam die ungeliebte Hauptstadt zumindest ein bisschen Flair. Naja. Immerhin hat Canberra sein eigenes Territory,das ACT, vergleichbar vielleicht mit Washington D.C. Zumindest formal.

Und auch wenn alle, mit denen ich gesprochen habe, meinten: „What?! You’re staying in Canberra for TWO DAYS? Why?“, mir hat es dort gut gefallen. Außer Museen und Gallerien gibt es dort wirklich nicht viel zusehen, diese sind aber extrem gut gemacht und vor allem umsonst. Ein paar Eindrücke:

Nur maximal mittelgut empfehlen kann ich aber die Idee, vormittags zu Fuß aus der City zu den Botschaften zu laufen. Das dauert deutlich länger als es auf der Karte aussieht und ist auch nur mäßig ergiebig:

Gut, dass die Stadt ihren Hundertsten Geburtstag feierte und deshalb ein kostenloser Shuttlebus zwischen den Sehenswürdigkeiten verkehrte. So bleibt Canberra mir in Erinnerung als netter Ort, an dem ich viel über australische Geschichte erfahren habe und an dem ich mehr Geld für Kaffee als für Aktivitäten ausgegeben habe.

 

Melbourne – Part 2: Lost in the Laneways

17.-23.10.13

An den folgenden Tagen habe ich mich kulturell fortgebildet, unter Anderem hier:

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  • Shrine of Rememberance (faszinierendes Gebäude)
  • Melbourne Museum
  • Rod Laver Arena
  • Australian Centre for Strange Contemporary Art
  • Führung durchs Parlament (mit einem sehr witzigen, sportinteressierten Guide)
  • Victoria State Library
  • Immigration Museum

Zudem waren einige Street Artists unterwegs und ich habe zwei Stadtführungen mitgemacht, damit ich mich etwas besser zurecht finde. Hat nur bedingt geklappt. Das schöne an Melbourne sind nämlich vor allem die kleinen, verwinkelten Gassen, in denen man Kneipen, Shops, Restaurants und Ähnliches findet. Und das beste: alles total sicher. Die Stadt hat mal mit folgendem Slogan Werbung gemacht: A good place to get lost. Kann ich so, nach diversen, meist unabsichtlichen Erfahrungen, bestätigen. Man findet übrigens jede Menge street art. Die Besitzer der Häuser zahlen sogar für professionelle Sprayer, die ihre Wände verschönern. Verständlich:

Die Woche in Melbourne hat sich wirklich gelohnt.

Melbourne – Part 1: Marvellous Melbourne

17.-23.10.13

Endlich in Melbourne, der Stadt, die mir von vielen Leuten als beste Australiens angepriesen wurde. Und sie alle haben recht.

Eindeutiger Punktsieg, auch gegen das noch folgende Sydney. Und das, obwohl ich die Hälfte der Zeit Regenwetter hatte. Am ersten Abend zum Glück nicht, denn da waren wir auf dem Eureka Skydeck, dem höchsten Gebäude Melbournes, und haben den tollen Ausblick genossen:

Nachdem ich Natalie am nächsten Tag zum Bahnhof gebracht, den Campervan zurückgegeben und in ein anderes Hostel eingecheckt hatte, bleib noch Zeit für einen Besuch bei den Pinguinen in St. Kilda, einem Stadtteil im südlichen Melbourne. War total toll. Zur Dämmerung kamen sie aus dem Wasser und sind über den Steindamm gehüpft – anders geht das ohne Arme ja auch nicht. Wir standen oben und sie sind ca. 50cm entfernt von uns vorbeigelaufen. Putzig. Patschig. Perfekt. Leider war es schon zu dunkel für gute Fotos, deshalb müsst ihr mir das einfach glauben.

Ein erstes Zwischenfazit

Nach vier Monaten in Australien ist das erste Drittel meiner kleinen Weltrunde bereits vorbei. Zeit für ein Fazit, wie ich finde.

Ich hatte wirklich eine unglaublich tolle Zeit in einem außerordentlich interessanten Land. Die vielfältigen Landschaften samt Flora und Fauna sowie die faszinierende Tierwelt haben mich total in ihren Bann gezogen. (Nein, Tine, das Bioprofil übernehme ich trotzdem nicht.) Dazu kommt, dass die Aussies das liebenswerteste Völkchen sind, das mir bisher untergekommen ist. Ich habe durchweg sehr offene, redselige Menschen getroffen, die mir mit einer positiven Lebenseinstellung, einer immensen Freundlichkeit und einem angenehm albernen Humor imponiert haben. Das muss doch am Wetter liegen.

Nach den bereits von Deutschland aus durchorganisierten ersten sieben Wochen mit der tollen Westküstentour, meinem ersten Campervan-Trip und dem Besuch des Roten Zentrums kamen die zwei Wochen bei Shaun in Mossman genau rechtzeitig, um die ganzen Eindrücke sacken und die Seele baumeln zu lassen.

Der Tauchkurs am Great Barrier Reef war beeindruckend und hat süchtig gemacht – auch wenn ich seitdem leider nur einmal getaucht bin. Der Road Trip die Ostküste hinunter hat viel Spaß gemacht und Wildcamping verleiht wirklich ein Gefühl von Freiheit. Die Südküste war dann zwar etwas frischer, aber nicht minder interessant – ich bin immer noch begeistert, wie viele Robben, Pinguine und Koalas ich gesehen habe. Der Abschluss mit Melbourne, Canberra und Sydney (Berichte folgen) war passend, auch wenn ich nach mehr als zwei Wochen in Städten immer größeres Verlangen habe, wieder raus in die Natur zu düsen.

Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit meiner Route. Ich habe bis auf Tasmanien (nächstes Mal) alle Staaten bereist und hatte auch häufig ausreichend Zeit, um die interessanten Dinge zu sehen. Wie eine kleine, weise Frau (ich glaube, den Gag darf ich hier machen) vor meinem Abflug meinte:

Es gibt drei Sorten von Menschen: die, die sich in Australien verliebt haben, die, die sich in Neuseeland verliebt haben, und die, die sich nicht entscheiden können.

Ich will mich noch gar nicht entscheiden, kann aber so viel sagen: Dieses Neuseeland wird sich gewaltig anstrengen müssen.

Great Ocean Trip – Day 3 and 4: Great Ocean Road

16.10.13

Heute kamen wir endlich zum eigentlichen Schwerpunkt des Trips:

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Die Great Ocean Road ist eine Straße, die zum großen Teil an der Südküste Australiens entlang führt und alle Nase lang wunderschöne Ausblicke bietet, die praktischerweise mit vielen Parkplätzen ausgestattet sind. Die Touristenmassen hielten sich in Grenzen, vielleicht auch, weil wir als eine der wenigen die Strecke von West nach Ost gefahren sind. Kann man so durchaus empfehlen, zumal dann der vermeintliche Höhepunkt, die 12 Apostles, nach den anderen Ausblicken kommt.

Bay of Islands and Bay of Martyrs

The Grotto

The Twelve Apostles

Ja, alle Felsen haben einen eigenen Namen. Und die 12 Apostles sind mittlerweile nur noch 7,5. Das stört aber niemanden.

Mein persönlicher Höhepunkt des Tages folgte aber erst nach den ganzen Felsen im Wasser. Wir sind aus Lust und Laune Richtung Cape Otway gefahren (sah auf der Karte recht interessant aus, ganz grün und so) und haben dort sowohl mein erstes wildes Echidna gesehen

als auch jede Menge Koalas. Einer hatte sogar sein Baby dabei und war nur in ca. 3m Höhe. Grund genug einen halbstündigen Stopp einzulegen und jede Menge Fotos zu schießen.

Abgestiegen sind wir in einem Hostel in Apollo Bay, welches praktischerweise einen Billardtisch hatte.

In der Nacht und am nächsten Morgen mussten wir feststellen, dass die Wettervorhersage leider stimmte: Regen und Sturm. So sind wir sie mit wenigen Stopps zu Ende gefahren, die Great Ocean Road:

Great Ocean Trip – Day 2: Grampians National Park

15.10.13

Vom Coorong aus ging es landeinwärts zum nächsten Nationalpark: den Grampians.

War den Umweg von 500km wert. Nach einer abenteuerlichen Suche nach den angeblich am einfachsten zugänglichen Caves Australiens (dazu muss man aber die richtige Ausfahrt finden) sind wir zum Übernachten in den Mt Eccles Nationalpark gefahren und haben neben Kängurus, Kookaburras und Possums ein Barbie veranstaltet. Das heißt: Burger gegessen.

Great Ocean Trip – Day 1: Coorong National Park

14.10.13

Endlich wieder ein Road Trip. Daran könnte ich mich ja gewöhnen. Und obwohl ich mir ja eigentlich gesagt habe, dass ich nach dieser Erfahrung keinen Wicked-Campervan mehr mieten wollte, war das leider der einzige einigermaßen erschwingliche Anbieter in Adelaide. Es musste also sein. Und so sah das dann aus:

Vorweg: Ja, er hat bis zum Ende durchgehalten. Ansonsten kann man aber wenig Positives sagen. Dafür war der Trip aber umso besser. Nachdem ich Natalie (der aufmerksame Leser weiß, wer das ist) vom Flughafen abgeholt hatte, sind wir in den Süden gefahren und haben dort bei Goolwa ein paar Seehunde und Pelikane gesichtet:

Danach haben wir den legendären Murray River per Fähre überquert, sind noch kurz zum Lake Alexandrina abgebogen und dann in den Coorong Nationalpark gefahren. Ein hübsches Fleckchen Erde, auch wenn die Fotos nicht sonderlich spektakulär sind:

Kangaroo Island – Day 2

13.10.13

Nach der Morgentierschau (Kängurus und Alpacas) und Frühstück sind wir zu den Remarkable Rocks aufgebrochen. Die hatte Matthew Flinders bei seiner Australienumseglung gesehen und gemeint, dass sie „pretty remarkable“ seien. Australische Namensgebung ist so praktisch. Recht hatte er trotzdem.

Beim Admirals Arch haben wir dann die andere Robbenspezies der Insel gesehen: die New Zealand fur seals. Im Gegensatz zu den australischen Seelöwen sind die fur seals nicht vom Aussterben bedroht. Sie stehen ihnen an Niedlichkeit aber in nichts nach.

Da das Wetter sehr durchwachsen war (Wind und Regen), haben wir danach nur noch Stationen aufgesucht, die überdacht waren: das Flinders Chase Discovery Centre, die Emu Eucalyptus Distillery und die Honey Farm. Eher wenig spektakulär, aber mir war eh‘ etwas kalt. Ich hatte mich noch nicht an das veränderte Klima gewöhnt und außerdem meine lange Hose im Hostel gelassen.

Das bemerkenswerteste an der Tour war vielleicht, dass ich der einzige deutsche Teilnehmer war. Das gab’s bisher noch nie. (Schwyzerdütsche zähle ich jetzt mal nicht dazu, die sind ohnehin nur sehr schwer zu verstehen.) Tourguide Sandy war sehr cool und hat mir auf der Rückfahrt sogar noch ihre Playlist mit typischer australischer Musik kopiert. Jetzt bin ich bestens ausgestattet für meinen Road Trip nach Melbourne.

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Känguru und Sandy – oder andersrum

Kangaroo Island – Day 1

12.10.13

Nachdem ich mich von der Weintour erholt hatte, ging es am nächsten Morgen gleich auf die nächste Tour. Denn auch Kangaroo Island muss man gesehen haben. Stimmt.

Nach einer längeren Busfahrt durch die hübsche Fleurieu Peninsula und der teuersten Fährfahrt Australiens (war aber inklusive) ging es auf Wanderungen am Strand und auf Hügel. Höhepunkt waren dann die Australian sea-lions:

Wenn ich die Fotos angucke, grinse ich immer wieder. Die waren alle total aktiv und sind herumgetollt, geschwommen und haben miteinander gerungen. Ich habe auch lustige Videos gedreht, die gibt’s aber erst in Deutschland zu sehen. Unsere Führerin meinte während der Führung: „I cannot tell you great it is today!“ Musste sie auch gar nicht.

Nach dem anschließenden Kajakfahren sind wir ins Koala Sanctuary und haben jede Menge Koalas gesehen. Einer ist sogar vom Baum runter, kurz über die Wiese und auf den nächsten Baum hoch geklettert.

Abends gab’s ein Barbie (BBQ) und ich habe mal wieder neue Tiere entdeckt und mich gleich mit ihnen angfreundet: Alpacas. Vom Aussehen her sind sie ein Mittelding zwischen Lama und Kamel und produzieren wohl die beste Wolle der Welt.