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Northland, nochmal

19.-24.11.13

Nach dem Auszug der Israeliten Arkady und Max gen Süden bin ich per Bus von Palmerston North zurück nach Auckland gefahren, wo ich kurz nach meiner Ankunft zufällig Harry getroffen habe, einen Fremdsprachenassistenten aus Kiel, den ich über Susi kennengelernt hatte. Da ein längeres Treffen leider irgendwie nicht passte, haben wir uns lose für meine Wiederkehr vor meinem Abflug aus Neuseeland verabredet.

Mein eigentlicher Grund für die Rückkehr in das nur so mittelspannende Auckland war aber, dass ich mit James, meinem Tauchbuddy aus Australien, einen letzten Abschiedstauchgang vor den Poor Knights Islands durchführen wollte. Dazu mieteten wir uns ein Auto (mit den öffentlichen Verkehrsmittel ist es hier organisatorisch ziemlich anstrengend und auch noch vergleichsweise teurer, zumindest wenn man spontan bucht) und fuhren nach Whangarei. Von dort ging es am nächsten Tag nach Taka-Tuka-Land Tutukaka, zu meinem ersten cold water dive – was bedeutet, es sind nicht 24 Grad wie in Cairns, sondern nur 18 Grad. Ein deutlich dickerer Neo erforderte mehr Gewichte und da ich ja auch seit dreieinhalb Monaten nicht mehr getaucht hatte, war der erste Tauchgang eher weniger erfolgreich. Als ich nach 15 Minuten anzeigte, dass mein Sauerstoff auf 100 Bar ist, entfuhr der Tauchleitung ein überraschtes „What?“ Das konnte man unter Wasser natürlich nicht hören. Bis zum Cave habe ich es aber noch geschafft, bevor ich dann hoch musste. Der zweite Tauchgang war besser, aber insgesamt bin etwas von der Unterwasserfaszination und der Tauchabhängigkeit geheilt. So ganz mein Sport ist das doch nicht. Und teuer isses auch. Die Fotos sind trotzdem toll.

Am nächsten Tag gab’s dann aber einen Sport, der mich sehr anspricht: Caving. Neben unserer Unterkunft befanden sich die Abby Caves, welche man selbst erkunden konnte. Trotz oder gerade wegen der Erfahrung aus Waitomo war das ein Highlight meines Aufenthaltes. Richtiges Abenteuer, mit Kraxeln, nass werden, glow worms und natürlich Verlaufen Erforschen von unbekannten Höhlengegenden. Bilder gibt’s nur bedingt.

In Auckland habe ich bzw. eher James noch eine Whiskeyprobe mitgenommen und dann haben wir mal wieder verabschiedet – er ist auf eine organisierte Tour gegangen, ich habe den Übernachtbus nach Wellington genommen.

S.S. Yongala

08.09.2013

Die Yongala ist sowas wie die australische Titanic und sank ebenfalls 1911. Gefördert durch das naheliegende Riff hat sich hier eine bunte Unterwasserwelt aufgetan, weshalb das Wrack nun als eines der zehn besten Tauchreviere der Welt gilt.

Nachdem wir James, meinen Tauchpartner aus Cairns, in Townsville eingesammelt hatten, ging es nach Ayr, von wo aus wir mit einem kleinen Boot zum Wrack gebracht wurden. Es war sehr, ich betone: SEHR windig und auf der Fahrt sind schon alle nass geworden. Egal. Nicht so egal war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal seekrank geworden bin. Ich bin ja wirklich schon recht häufig auf dem Wasser unterwegs gewesen, aber solche Wellenbewegungen hatte ich noch nicht erlebt. Die Crew meinte auch unisono: „We’ve never been seasick until we got on this boat.“ Beruhigend, irgendwie. Gut, dass im Wasser alles normal war und wir somit auf Tauchstation gehen konnten. Der erste Tauchgang war etwas nervig, da eine andere Taucherin erst ihre Weiterbildung zum Adventure Diver machen musste, damit sie auf 30m Tiefe gehen konnte. Das hatte ich ja extra schon in Cairns gemacht. Wir mussten jedenfalls ca. fünf Minuten unter Wasser warten, bis sie fertig war und dann war mein Sauerstoff auch beinahe wieder in einem Bereich, der nicht mehr viel Zeit übrig ließ. Somit haben wir eher wenig gesehen.

Der zweite Tauchgang war deutlich besser – allein schon, weil ich nicht mehr auf dem Boot stehen und konzentriert Richtung Horizont gucken musste. Wir haben fast das ganze Schiff abgetaucht und ich habe Nemo gesehen!

Die Fotos habe ich von einem anderen Taucher bekommen, der schon mehr als 250 Tauchgänge und viel Erfahrung in der Unterwasserfotografie hat. Ob ich das wirklich alles gesehen habe, weiß ich also nicht:

Cairns – Part 3: Tobi dives the sky

Nachdem ich nun ja bereits tief getaucht war, wollte ich auch noch den Himmel erkunden, und habe deshalb doch tatsächlich einen SkyDive gemacht. Das Video dazu halte ich lieber erstmal unter Verschluss, ich kenne ja meine lieben Freunde und weiß, was mir sonst bei meiner Hochzeit blüht. Als Tipp für mitlesende zukünftige SkyDiver: Nicht zu lange mit dem Gesicht Richtung Boden schauen. Ich veröffentliche hier jedenfalls lieber ein paar akzeptable Fotos 😉

Cairns – Part 2: Tobi taucht

24.-28.08.13

Nach mehr als zwei entspannten Wochen hat mich wieder das Reisefieber gepackt und ich brauchte etwas Action. So passte es sehr gut, dass ich über eine zufällige Bekanntschaft im Reisebüro einen guten Discount auf den Tauchkurs meiner Wahl bekam und somit wieder in Cairns war, um Open Water Diver zu werden – auch wenn meine Eltern ja früher immer gesagt haben, dass ich nichts tauche… (Nee, stimmt gar nicht, war nur für den blöden Gag.)

Der Kurs setzte sich zusammen aus zwei Tagen Theorie- und Praxisunterricht im und am Pool sowie drei Tagen auf dem Great Barrier Reef mit neun Tauchgängen und Übernachtung auf dem Schiff. Und es wird den geneigten Leser wenig verwundern: Es war ziemlich geil. Wieder so ein Sport, der süchtig macht. Sogar so süchtig, dass ich noch die freiwillige Weiterbildung zum Adventure Diver mitgenommen habe, mit der ich nun bis zu 30m tief tauchen darf. Ich muss ja zugeben, dass ich gerade am Anfang mehr auf mich selbst als auf das Drumherum konzentriert war, aber dieses Große Barrierenriff (wie es mein altbewährter Reader’s Digest-Atlas aus Schulzeiten nennt) ist schon eine unglaublich tolle Umgebung. Dazu kam noch, dass ich mit James aus Nottingham den besten dive buddy hatte, den man sich vorstellen kann. Und der hatte auch noch eine Kamera, so dass ich sogar mit Fotos angeben kann:

Da wir beide so angefixt waren, haben wir uns am Ende des Kurses gleich für einen gemeinsamen Tauchgang auf der S.S. Yongala, einem der angeblich zehn besten Tauchreviere der Welt, in der Nähe von Townsville, verabredet.