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Motueka – Part 3: Living with a Maori family

Rima ist Maori und hat eine große Familie, die gerne mal vorbeikommt. So bekam ich in meiner Zeit in Motueka einen guten Eindruck von dieser Kultur und ihren Ritualen. Ich durfte sogar in das örtliche Marae. Das ist sozusagen der Tempel der Maori, in dem sie ihre Zusammenkünfte halten, Feste zelebrieren und ihre Vorfahren ehren. Ich hatte außerdem das Glück, der örtlichen Maraegruppe beim Einüben ihrer Lieder und Tänze für den bevorstehenden Wettbewerb zuschauen zu dürfen.

Und ich habe meinen privaten Ha-Ka von Pahir und Tane, Rimas Enkelkindern, bekommen 😉

Die Maori-Kultur ist sehr gegensätzlich zu der der Aborigines in Australien. Das sieht man auch schon daran, dass die Maori sich gegen die Kolonisierung der Engländer zur Wehr gesetzt haben – und das sehr erfolgreich. Ausgehend davon ist die Integration der Maori in die westliche Kultur (welche nicht zu verhindern war) vergleichsweise gut verlaufen (vgl. aber auch Treaty of Waitangi), wobei längst nicht alle geforderten Kompensationen erfüllt oder widerfahrenes Unrecht wiedergutgemacht werden können.

Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit bei Rima und Dennis, auch wenn in der Zeit einige Trauerfälle zu überstehen waren. Ich habe mich sehr wohl in der Familie gefühlt, einiges an Kiwi-Humor mitbekommen (und nur die Hälfte verstanden) und konnte meinen Akku auch wieder aufladen.

Achja, und bezüglich der Umfrage damals: Es gab Bauernfrühstück.

Haere Ra, Rima und Dennis!

Motueka – Part 1: Time for some work again

04.-19.12.2013

Mit dem neuen Gefährt ging es gleich nach Motueka, wo ich zum ersten Mal in Neuseeland über helpx Arbeit für Kosten und Logis hatte. Bei Rima und Dennis hieß es wieder mal: It all comes down to weeding. Dazu ein bisschen Beerenpflücken, Rasenmähen und Holzsortieren. War natürlich alles machbar und beim Unkrautjäten konnte ich ein paar der mitgebrachten Hörbücher konsumieren. Außerdem hatte ich an den Wochenenden frei. So blieb mir genug Zeit die Umgebung zu erkunden und mein Auto auszustatten. Wie Jonny aus England später einmal sagte: „You make your car a second home.“ So wurden nach und nach folgende Dinge besorgt und aufbereitet: aufblasbare Luftmatratze, Kopfkissen, Kassettenadapter, power inverter, Gaskocher, Campinggeschirr und nicht zu vergessen selbstgenähte Star Wars-Vorhänge mit Klettaufhängung. Bastelanleitung kann ich gerne auf Nachfrage liefern, allerdings nur mündlich.

Warmgefahren wurde Mitsubishi Meyer mit Fahrten nach Takaka und zum angsteinflößenden, da bodenlosen (zumindest war keiner zu sehen) Harwoods Hole sowie zum zweitsaubersten Wasser Neuseelands, den Waikoropupu Springs.

Noosa – Part 2: Sport und Sühne

27.09.-07.10.2013

Im Rahmen meiner Weiterbildung in Aussie culture habe ich die beiden Grand Finals geschaut. Einmal das der Australian Football League (AFL), welches Melbourne gegen das von mir aus kultureller Verbundenheit favorisierte Fremantle gewann. Oci hat mir parallel ein paar Regeln erklärt und dann ist das Spiel auch sehr leicht zu verstehen und auch echt spannend. Etwas vergleichbar mit Gaelic Football, nur noch intensiver – von wegen football for fags.

Das andere Finale war das von Steves Lieblingssportart, der Rugby League, einer simpleren und (zumindest für mich) leichter zu verstehenden Rugby-Variante. (Populärer, aber auch komplexer, ist Rugby Union, welches z.B. auch mein lieber Cousin Michael in Kiel spielt.) Hier spielten Sydney vs Sydney in Sydney und Sydney hat gewonnen. Die Roosters, nicht Manly. Kann man gut gucken. Ist ja auch Sport.

Selber aktiv bin ich aber auch gewesen:

Mit dem Rad auf den Mount Tinbeerwah

Mit Kathy und ein paar Freundinnen im Nationalpark gewandert – allerdings Aussie style, auf Tempo. Und das mir als Langsamgeher.

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Und endlich hat es mal geklappt: Ich hatte ja schon bei mehreren Bowls clubs angefragt und Evelyn und Kevin haben mir sogar einen extra Termin für eine individuelle Einführung gegeben. Netter Sport.

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(Ich habe auch noch ein Action-Video, aber das kann ich nicht hochladen.)

Schön war auch, dass ich doch tatsächlich mal regelmäßig Internet hatte und endlich mal mit Silvi skypen konnte (Huhu!). War aber auch interessant zu merken, wie schnell ich mich wieder daran gewöhnt habe, online sein zu können und dann auch gleich recht viel Zeit dort verbracht habe.

Insgesamt war meine Zeit bei Kathy und Steve (und auch bei Oci und Claire) sehr entspannt. Die Arbeit war fair, das Essen war super, die Gesellschaft meistens sehr angenehm und ich konnte mich auch kulturell weiterbilden. Coopers ist definitiv das beste australische Bier. Danke, Kathy und Steve!

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Noosa – Part 1: Endlich wieder arbeiten

27.09.-07.10.2013

Nach so viel Reisen war es mal wieder an der Zeit durchzuatmen. Und da das ja beim letzten Mal so gut geklappt hat, habe ich mir über helpx wieder einen Job gesucht. Diesmal musste ich aber wirklich arbeiten.

Kathy und Steve leben in Tinbeerwah, etwas 15km östlich von Noosa, welches aus Noosa Heads, Noosaville, Noosa Junction und Noosa Hangloosa (nee) besteht und einen tollen Nationalpark hat. Das Grundstück war mit 5 acres geradezu prädestiniert für Gartenarbeit. Meine Aufgaben waren Kantenschneiden mit dem whipper-snipper, Hochdruckreinigen, Rasenmähen (mit dem ride-on mower) und anderen Kleinkram – basically it all comes down to weeding. (Was Unkraut jäten bedeutet, keine Sorge.) Gut, dass ich auf meine jahrelange Erfahrung im elterlichen Garten zurückgreifen konnte und somit sehr effizient meine 3-4 Stunden am Tag gearbeitet habe und dabei endlich mal an einiger meiner bisher ungehörten Musik lauschen konnte. Empfehlungen: Vieles von Asher Lane, Brandon Boyd und etwas Moriarty.

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Mit Kathy und Steve leben noch Hund Cedar, die B’n’B-Kunden Oci (Ottavio) und Claire und anfangs waren auch noch die helpx-er Aurelie und Stéphane dort, die aber nach ein paar Tagen aufgebrochen sind. Bis dahin haben wir aber jede Menge „Dutch Blitz“ gespielt, ein Kartenspiel, welches Claire aus Indonesien mitgebracht hat. (Wer mir eine Freude bereiten möchte, kann mal nach dem Spiel auf eBay suchen – ich zahle fast jeden Preis. Ist aber schwer zu finden, habe ich gehört.)

Von Noosa und der Sunshine Coast habe ich eher wenig gesehen. Eigentlich hatte ich ursprünglich gedacht, dass dieser Ort der Anfang meiner Surfkarriere (Frankreich zählt da nicht) wird, aber mir fehlte dann doch die Motivation. Das lag zum einen daran, dass gerade school holidays waren und es dementsprechend voll war. Allerdings war ich nach dem ganzen Herumgereise auch wieder im Gammelmodus, so dass mich Oci und Claire auf den neuen Thor-Film vorbereitet haben, indem wir in chronologischer Reihenfolge Captain America (naja), The Avengers (yeah) und Iron Man 3 (cool) angesehen haben.

Das Wetter war sehr wechselhaft. Anfangs hat es sogar geregnet. Ja, unglaublich, ich weiß. Kathy sagte, dass man die Gegend beim dem Wetter auch Unshine Coast nennt. Später war es dann aber auch wieder sehr heiß, so dass ich meine Arbeiten früh morgens erledigen musste. Dabei traf ich auch ab und zu auf ein paar Tiere:

Mossman – Part 4: Ein großes Dankeschön

Die Zeit bei Shaun war wirklich genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt brauchte. Ein eigenes Bett, einen Schrank, eine Dusche, Zeit für mich. Und als Bonus kam noch der Pool, die Sonne, die DVD-Kollektion und die hervorragende Verpflegung und Gesellschaft obendrauf. Shaun hat mich mit zu seinen Freunden und Nachbarn genommen, wenn die nicht gerade mal selbst vorbeigekommen sind. Und es waren allesamt tolle Menschen:

– Ducky, die gebürtig Elizabeth Taylor heißt, und in der ganzen Stadt bekannt ist für ihre hochfrequente Nutzung des F-Wortes,

– Steven und Paul, die ortsansässigen Bestatter mit einem unglaublich toll gelegenen Haus,

– Sharon, die irgendwie mit Stephen Hawking verwandt ist, und der wir beim Umzug geholfen haben, in das tollste Haus, das ich je gesehen habe (das kann man aber auch nur in den Tropen bauen)

– Derek, dessen Frau ich leider nicht kennen gelernt habe, und der einer von Shauns nächsten Nachbarn ist – ca. 3km bergauf – und dort den lieben langen Tag sein riesengroßes Anwesen pflegt,

– Jimmy und Kylie, die vor kurzem den fast ganzen Berg vor Shauns Haustür gekauft haben – samt Regenwald, Weideland und dieser Aussicht:

– und nicht zuletzt Ryan, Shauns Neffe, der mit Shaun zusammen wohnt und in der örtlichen Zuckermühle arbeitet.

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Ich habe mich sehr wohl gefühlt und werde die Zeit bestimmt nicht vergessen – und eigentlich muss ich ja sowieso in der Regenzeit nochmal da hin. Und in der Trockenzeit auch nochmal.

Mossman – Part 3: They’re coming fo ya!

Da ich mir den Vormittag ja selbst einteilen konnte, habe ich mir gedacht, dass ich etwas joggen gehe. Das musste auf Grund der Temperaturen und Luftfeuchtigkeit möglichst vor Sonnenaufgang geschehen,

Ich hatte schon etwas Respekt vor dem Weg, denn ich hatte einige Geschichten über die im Regenwald lebenden Tiere gehört. Da ist z.B. der Taipan, die gefährlichste Schlange, die man sich so vorstellen kann. Immer in sehr gereizter Stimmung und sehr aggressiv, greift er alles an, was er zu Gesicht bekommt. Angeblich wurde er schon beobachtet, wie er einem vorbeifahrenden Auto hinterhergejagt ist („You killed my brother!“). Und der wurde halt schon in der Gegend gesichtet. Ryan meinte gleich vorsorglich, dass ich diesen Viechern lieber aus dem Weg gehen sollte, denn „when they see you, they’re coming for ya.“ Danke für den Tipp.

In den Zuckerrohrfelder, die in der Gegend zuhauf stehen, leben außerdem Wildschweine. Große, wilde. Und „when they see you, they’re coming for ya.“

Und dann ist da noch der Cassowary, eigentlich ungefährlich, aber wenn bedroht, schlägt er gerne mit seinen scharfen Klauen nach dem potenziellen Angreifer. Und dann kommt er auch öfter auf einen zu, so nach dem Motto: „when they see you, …“ well, you know.

That reminds of this song:


YouTube Direkt

Trotz aller potenzieller Ausflüchte, habe ich mich doch morgens aufgemacht und bin etwas gejoggt. Ich habe zum Glück keines dieser ganzen gefährlichen Tiere getroffen. Dafür aber einen sehr aggressiven Hund, der jedesmal, wenn ich an seinem Grundstück vorbeigelaufen bin, wild bellend und Zähne fletschend herausgerannt kam und mich ordentlich verfolgte. Da fürchtet man sich vor diesen ganzen gefährlichen Viechern und dann ist so’n doofer Hund das Schlimmste. Und nachdem ich das ganze Prozedere bei zwei Läufen sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg durchgemacht hatte, habe ich mich entschieden mit dem Joggen aufzuhören mir einen anderen Weg zu suchen. Der war aber lange nicht so schön, so dass ich diese Aktivität etwas eingedämmt habe und statt dessen lieber im Pool geschwommen bin.

Mossman – Part 2: Und plötzlich stehe ich im Regenwald

08.-24.08.13

Wofür ich wirklich lange zum Realisieren brauchte, war die Tatsache, dass ich mich nun im Regenwald befand. Nach der roten, eher kargen Landschaft in und um Alice Springs und das Rote Zentrum blickte ich nun auf grüne Wälder und hohe Berge – und das, auch dies musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, im Winter, bei 28° Celsius und kaum Wolken am Himmel.

Doch nicht nur die vegetationsfreudige Pflanzenwelt war überwältigend (vor allem wegen der Größe der ganzen Gewächse), mich hat insbesondere die Tierwelt fasziniert: so viele mir bisher unbekannte Vögel und Tiere, die auch noch bunt und lustig aussahen.

Vom nervigen Curlew habe ich leider keine Bilder gemacht.

Mossman – Part 1: Helfen leicht gemacht

08.-24.08.13

Da ich ja aufgrund meines gehobenen Alters in Australien nicht mehr für Geld arbeiten darf, habe ich mich nach anderen Optionen umgesehen und bin dabei neben WWOOFING auf die Website helpx.net gestoßen. Hier suchen Menschen nach Helfern für verschiedene Arbeiten, meistens Hausputz und Gartenarbeit, aber auch Tierpflege, Kinderaufsicht oder Bauarbeiten. Der Deal ist: ca. vier Stunden Hilfe/Arbeit pro Tag und dafür kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Und weil ich ja für meine Reinlichkeit bekannt bin, habe ich mich bei Shaun in Mossman, ca. 100km nördlich von Cairns, beworben und wurde angenommen.

Mossman liegt mitten im Regenwald und direkt an der Great Dividing Range, einem Gebirgszug, der Australien von Norden nach Süden durchzieht. Die Gegend (von Cairns nach Norden bis zum Cape York) heißt auch Far North Queensland, FNQ. Wobei das laut Shaun auch häufig für Fucking Nothing Quick stehen kann. Und das kam mir jetzt gerade recht.

Shaun lebt auf einem one acre großen Anwesen (manche mögen es auch Resort nennen), etwas außerhalb von Mossman (Upper Cassowary Road 37), auf dem er diverse tropische Pflanzen züchtet, ein paar Hühner hält und einen Pool hat. Im Garten stehen Palmen und er baut Bananen, Zitronen, Limonen, Ananas und viele andere exotische Früchte an. Nur Äpfel wachsen in den Tropen nicht. Witzig irgendwie. Meine Aufgabe laut Ausschreibung war jedenfalls, dass ich etwas im Haushalt helfe und ihn bei der Gartenarbeit unterstütze. Leider ließ er mich nicht 😉

Nachdem wir die ersten Tage eigentlich nur gesessen, gegessen, getrunken und geschnackt haben und er mich sogar noch nach Cape Tribulation gefahren hat (Bericht folgt), habe ich mal vorsichtig angefragt, was ich denn tun könnte, um meinen Aufenthalt hier zu rechtfertigen. Shaun meinte: „First, settle in. For me it’s more like a cultural exchange.“ Nun gut. Bzw.: Großartig!

Hier ein paar Bilder meiner Unterkunft: