Archiv der Kategorie: NZ

The Glaciers

27.-28.12.2013

In Greymouth konnte ich mein nächstes Ziel schon vom Point Elizabeth walk sehen: die Gletscher der Westküste:

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Da hinten links.

Auf dem Weg dahin bin ich, nun zum ersten Mal alleine unterwegs, kurz zur Hokitika Gorge abgebogen.

Die weitere Strecke war wieder einmal atemberaubend:

Ziel der Fahrt waren die beiden Gletscher, Franz-Josef, benannt nach dem Sissi-Kaiser, und Fox, benannt nach dem Akte X-Mulder. Eins davon stimmt nur. Beim Franzerl habe ich nur ein paar kurze Walks gemacht.

Abends bin weiter zum Fox Glacier und habe dort den Spiegelsee Lake Matheson abgecheckt. Leider habe ich bei meinem Auto das Licht angelassen (der macht keinen Ton, wenn man’s vergisst…), so dass ich, als ich mir dessen bewusst wurde (ca. 3 Stunden später) schnell zurück hetzen musste. Sprang zum Glück noch an, aber ich habe wohl die stillste Phase des Sees verpasst. Deshalb bin ich am nächsten Morgen mit Stephan und Chris, die ich auf der Gillespie-Campsite kennen gelernt habe, nochmal hin. Nun aber endlich die Fotos:

Beim Fox Glacier habe ich mich zum ersten Mal an Ice-Climbing versucht. Hat schon was, Eiswände hochzukraxeln. Die Videos, in denen man sehen kann, wie geschmeidig ich unterwegs war, zeige ich dann persönlich. Vielleicht.

 

A Grey(mouth) Christmas

25.-26.12.2013

Heilig Abend auf der anderen Seite der Welt. 25 Grad. Komisches Gefühl. Aber halb so wild. Als ich abends im YHA in Greymouth ankam war dort nämlich schon gedeckt: jede Menge Süßes, zubereitet von der guten Seele des Hostels, der Ü70-jährigen Clarrie. Sie hatte Massen an sweets ’n treats zusammengestellt und da – what a surprise! – die meisten Hostelgäste deutsch waren, gab es diese bereits am Christmas Eve – normalerweise wird am 25.12. gefeiert. Als ich davon erfuhr, war ich natürlich sehr begeistert und habe mich artig bei ihr bedankt. Wir kamen etwas ins Schnacken und kurze Zeit später kam sie zu mir und überreichte mir ein kleines Päckchen. Darin befand sich ein Jade-Stein, Pounamu genannt.  Sie gibt jedes Jahr einem Hostelgast ein Geschenk und dieses Jahr war ich der Glückliche. Toll, ein Weihnachtsgeschenk an Heilig Abend! (Das sind die Momente, die auch ohne Foto im Gedächtnis bleiben.)

Am Christmas Day bin ich mit meinen Mitbewohnern aus Italien und Frankreich etwas durch das ziemlich unspektakuläre Greymouth spazieren gegangen. Mittags waren alle Hostelgäste von Clarrie eingeladen worden, am Community Christmas dinner in einer der örtlichen Gemeindehäuser teilzunehmen. Es gab lecker und reichlich Essen und die besten Kirschen, die ich je gegessen habe. Da das alles für lau war, habe ich noch etwas beim Abwasch geholfen und bin dann zurück ins Hostel. Dort habe ich Alex, Marisa und Amandie kennen gelernt, mit denen ich dann mein zweites Christmas dinner (diesmal am Abend) zu mir nahm. Zu Weihnachten gehört viel essen ja dazu. (Die Süßigkeiten vom Vortag waren auch längst noch nicht aufgebraucht.)

Der Zweite Weihnachtstag heißt hier Boxing Day und sein Hauptmerkmal ist, dass viele Geschäfte ordentlich Rabatte auf ihre Waren geben. Das hat naturgemäß zur Folge, dass die Stadt voll mit Menschen ist. Ich habe mir das auch kurz gegeben (ist ja sowas wie eine kulturelle Erfahrung), bin aber schnell wieder raus und habe dabei auch Greymouth gleich verlassen. Weihnachten gut überstanden. (Zuhause ist aber doch schöner.)

Kohaihai to Hokitika – spectacular west coast

22.-24.12.2013

Weiter ging’s über Westport, wo am Cape Foulwind Robben herumhingen, nach Karamea, the end of the road. Dort startet der Heaphy Track, ein weiterer Great Walk, welcher die einzige Verbindung zwischen Nordwesten und Norden ist. Straßen gibt es nicht. Da das DoC in der Broschüre aber die Einheiten vertauscht hat und aus Metern Fuß wurden – was zur Folge hatte, dass ich dachte, man müsste am ersten Tag 3000m hochwandern – habe ich an eine Nutzung des Tracks keinen weiteren Gedanken verschwendet. Zwei aufgesammelte Hitchhiker aus Österreich und der Schweiz taten dies aber. Am Abend vorher haben wir mit ihnen noch Moria Gate (hat außer dem Namen aber nix mit dem Herrn der Ringe zu tun – gute Touristenfalle), Mirror Tarn und Oparara Arch angeschaut.

Am nächsten Tag sind wir kurz den Anfang des Heaphy Tracks gewandert und haben uns ein paar Caves angesehen, von denen ich aber nur dunkle Fotos habe.

Dann sind wie wieder gen Süden gefahren, wo laut Lonely Planet eine der zehn besten Autostrecken der Welt auf uns wartete: Westport nach Punakaiki. Und ich kann sagen, dass sie ganz vorne in meinen Top Ten ist und noch ein Stück geiler war als die Great Ocean Road, auch wenn die Fotos das so nicht unbedingt hergeben.

Nach einer Nacht in Punakaiki haben wir dort die so genannten Pancake Rocks und die Blowholes angesehen. Letztere hatten aber keine Lust oder nicht genug Strömung zum Hochschießen. Und da wir ja schon zwei Tage lang trocken geblieben waren, wagten wir uns auf den örtlichen Loop-walk – und wurden wieder mal schön nass…

Abends habe ich Fabienne in Hokitika abgesetzt und bin selber nach Greymouth gefahren, wo ich Weihnachten verbringen wollte.

Nelson Lakes and the Buller Region

20.-21.12.2013

Nach zwei Wochen Arbeit war ich wieder in Reisestimmung und so ging es im fertig ausstaffierten Auto weiter gen Süden. Fabienne, die meistens möglichst schnell nach Stewart Island wollte, begleitete mich in den nächsten Tagen, in denen ich endlich mal auf den hochgelobten DoC-Campsites übernachten konnte. Das Department of Conservation (verantwortlich für u.a. die Nationalparks und deren Erhaltung) stellt nämlich überall im Land günstige Campsites zur Verfügung (ca. 4.-€ pro Nacht), die man ohne Buchung aufsuchen kann. Das Geld tut man einfach in eine so genannte „honesty box“ und dafür darf man dort übernachten und hat ein Klo, oft auch fließendes Wasser (und wenn’s ein Fluß ist), sehr selten aber eine Dusche. Und Kochgeschirr samt Kocher muss man sowieso selbst mitbringen. Manchmal schon recht „basic“, aber dafür wacht man dann an solchen Orten auf:

Die Tour führte uns zu den Nelson Lakes, wo wir den Mt Robert umrundet haben, und nach Lyell, eine alte Minengegend, wo wir ordentlich nass geworden sind und gelernt haben, dass man auch bei den vermeintlich einfachsten Wegen doch lieber ein Foto von der Wanderkarte machen sollte. Dann könnte man sich nämlich durch Unsicherheit über den Routenverlauf entstandene 5km Umweg sparen. Dafür weiß ich jetzt, dass 10km auch locker in weniger als zwei Stunden zu wandern sind.

Motueka – Part 3: Living with a Maori family

Rima ist Maori und hat eine große Familie, die gerne mal vorbeikommt. So bekam ich in meiner Zeit in Motueka einen guten Eindruck von dieser Kultur und ihren Ritualen. Ich durfte sogar in das örtliche Marae. Das ist sozusagen der Tempel der Maori, in dem sie ihre Zusammenkünfte halten, Feste zelebrieren und ihre Vorfahren ehren. Ich hatte außerdem das Glück, der örtlichen Maraegruppe beim Einüben ihrer Lieder und Tänze für den bevorstehenden Wettbewerb zuschauen zu dürfen.

Und ich habe meinen privaten Ha-Ka von Pahir und Tane, Rimas Enkelkindern, bekommen 😉

Die Maori-Kultur ist sehr gegensätzlich zu der der Aborigines in Australien. Das sieht man auch schon daran, dass die Maori sich gegen die Kolonisierung der Engländer zur Wehr gesetzt haben – und das sehr erfolgreich. Ausgehend davon ist die Integration der Maori in die westliche Kultur (welche nicht zu verhindern war) vergleichsweise gut verlaufen (vgl. aber auch Treaty of Waitangi), wobei längst nicht alle geforderten Kompensationen erfüllt oder widerfahrenes Unrecht wiedergutgemacht werden können.

Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit bei Rima und Dennis, auch wenn in der Zeit einige Trauerfälle zu überstehen waren. Ich habe mich sehr wohl in der Familie gefühlt, einiges an Kiwi-Humor mitbekommen (und nur die Hälfte verstanden) und konnte meinen Akku auch wieder aufladen.

Achja, und bezüglich der Umfrage damals: Es gab Bauernfrühstück.

Haere Ra, Rima und Dennis!

Motueka – Part 2: The Abel Tasman Track

09.-11.12.2013

Praktisch an meinem entspannten Arbeitgeber war, dass ich auf gutes Wetter warten und dann kurzfristig auf meinen ersten richtigen Great Walk, den Abel Tasman Track, gehen konnte. Dazu hatte ich mich mit Fabienne verabredet, die auf den Zeltplätzen campte während ich aus Zeltmangel in den bereitgestellten Hütten übernachtete – „Ah, you’re one of the rich people“, wie ein Israeli meinte, den ich auf dem Weg getroffen habe. Das Wandern hat mir Spaß gemacht, auch wenn gerade der erste Teil des Tracks sehr überfüllt war und man aus dem Grüßen von entgegenkommenden Menschen gar nicht mehr herauskam. Mein erster mehrtägiger Trek mit 15kg Gepäck auf dem Rücken (Essen, Schlafsack, Gaskocher, Klamotten, Schuhe) verlief aber gut und auch die 20km Wanderung am zweiten Tag war halb so wild. Da am dritten Tag eine Flußüberquerung anstand, die man nur während der Ebbe durchführen konnte, schaffte ich es leider nicht mehr, ans Ende des Tracks und zurück zu wandern, so dass ich mit den drei Israelis Frisbeespielender Weise auf das gebuchte Wassertaxi nach Marahau wartete und einen eher entspannten letzten Wandertag hatte.

Motueka – Part 1: Time for some work again

04.-19.12.2013

Mit dem neuen Gefährt ging es gleich nach Motueka, wo ich zum ersten Mal in Neuseeland über helpx Arbeit für Kosten und Logis hatte. Bei Rima und Dennis hieß es wieder mal: It all comes down to weeding. Dazu ein bisschen Beerenpflücken, Rasenmähen und Holzsortieren. War natürlich alles machbar und beim Unkrautjäten konnte ich ein paar der mitgebrachten Hörbücher konsumieren. Außerdem hatte ich an den Wochenenden frei. So blieb mir genug Zeit die Umgebung zu erkunden und mein Auto auszustatten. Wie Jonny aus England später einmal sagte: „You make your car a second home.“ So wurden nach und nach folgende Dinge besorgt und aufbereitet: aufblasbare Luftmatratze, Kopfkissen, Kassettenadapter, power inverter, Gaskocher, Campinggeschirr und nicht zu vergessen selbstgenähte Star Wars-Vorhänge mit Klettaufhängung. Bastelanleitung kann ich gerne auf Nachfrage liefern, allerdings nur mündlich.

Warmgefahren wurde Mitsubishi Meyer mit Fahrten nach Takaka und zum angsteinflößenden, da bodenlosen (zumindest war keiner zu sehen) Harwoods Hole sowie zum zweitsaubersten Wasser Neuseelands, den Waikoropupu Springs.

Nelson und Autokauf

01.-03.12.2013

(I promised to try to write a bit in English. Here is the first try.)

Nelson ist not a very spectactular place, but has mostly good weather. And a walk to the centre of the earthmiddle earth… New Zealand.

The YHA hostel I stayed at was more like hotel and quite empty. Fortunately, I had a very nice roommate: Jordan from Frisco, Colorado, USA. And although we only met on two evenings he invited me to stay at his house in Frisco once I get there. I gratefully accepted the offer and will stay there for some days in April to go skiing. If everything works out. The other important thing in Nelson was the purchase of my car. I finally did it and bought a Mitsubishi Magna, built in 1994, 220,000km, for $2,280 (New Zealand dollars). Still too expensive, but much more reasonable than in Auckland. And a quite sympathetic car salesman. Pics later.

Oh, and I almost forgot to tell one of my favourite experiences so far. I just passed by a theatre where lots of people were having a really good time, shouting and dancing. So I asked what the reason for that was and they told me to come in and find out. And yes, of course I did. On the way through the theatre someone said they were sharing the love and thus I got even more interested. On the stage was a group of around 10 young people and as soon as the doors were closed they started singing pop songs. These mostly dealt with praising the Lord and while they were singing, the whole crowd was dancing, clapping hands and singing along to songs like „You are limitless“, the title also being the main part of the lyrics. A very interesting experience, but once they stopped singing and preaching commenced, I sneaked out of the theatre. You never know. I still liked the idea of getting young people interested in religion in this way, although I’m not sure what kind of religion it was.

The Cook Strait and Picton

29.-30.11.2013

War was? Nee, ne. Dann kann’s ja weiter gehen.
Nach vier Wochen auf der Nordinsel (vgl. frühere Beiträge) wurde es langsam Zeit in den südlichen Teil des Landes zu wechseln. Dazu nahm ich die Interislander ferry über die Cook Strait, von Wellington nach Picton. Nach einigen verregneten Tagen in der Hauptstadt war das Wetter bei der Überfahrt hervorragend und das Cruisen durch die Marlborough Sounds dementsprechend schön.

In Neuseeland trifft man ja hauptsächlich Deutsche und Franzosen. So auch auf der Fährfahrt. Fabienne kommt, wie der Name schon sagt, aus Leipzig, und wir haben uns beim Schnacken auf dem Deck schön verbrannt. Zum Glück nicht sooo schlimm.
In Picton, auf der anderen Seite der Wasserstraße, war nicht so viel los. Immerhin gab es einen Irish Pub mit Livemusik und ein paar nette Hostelbewohner. Fabienne hat dann den Queen Charlotte Track gemacht, ich bin lieber mit dem Bus weiter nach Nelson gefahren. Und da mich das schon wieder etwas genervt hat, habe ich mich entschlossen, dort mal wieder auf Autosuche zu gehen.

Wellington

25.-28.11.13

Eigentlich wollte ich hier ja helpx-en, aber mein Arbeitgeber ist leider kurzfristig krank geworden. So bin ich im YHA abgestiegen, in dem gerade zwei Schulklassen auf Klassenfahrt waren. Juchee. War aber nicht soo schlimm.

Wellington hat mir jedenfalls sehr gut gefallen, auch wenn ich nach dem ganzen Herumgereise eher wieder im Entspannungsmodus war. Dazu kam noch, dass es ab dem zweiten Tag durchgehend geregnet hat. Das hat mich aber nicht gestört, denn die Museen (u.A. das Nationalmuseum Te Papa) kann man trotzdem besuchen. Ansonsten war ich Kaffee trinken, nix tun, James wiedertreffen, Bier trinken, Dorothy aus Auckland wieder treffen, nix tun und Jazz-Trio hören. Letzteres war wirklich eine der coolsten Geschichten: Während die ziemlich gute Band so spielte, stand ein Typ aus dem Publikum auf (war gerade erst gekommen), nahm sich das Mikro und fing an gesangstechnisch zu improvisieren. Klang etwas nach Ska, wobei das bestimmt nicht gewollt war. Die Band jammte so gut es ging mit und nach ca. 30 Minuten gab der Herr das Mikro zurück und verließ die Bar. Macht man in Jazzkreisen wohl so. Parallel dazu lief die LFL im Fernsehen, die Legends Football League, windschnittig-sportlich angezogene Frauen spielen so etwas Ähnliches wie Football und Männer analysieren die Spielzüge, Aktionen und Tacklings. Googelt das gerne mal. Strange. Gemma, eine Südafrikanerin aus dem YHA, meinte sehr passend, während sie abwechselnd zur Bühne und zum Fernseher zeigte: „I don’t know which is weirder.“ Als Sahnehäubchen gab es noch drei gut aufgelegte Inder, die Luftgitarre zur Jazzmusik spielten, herumtanzten und Heavy Metal-Posen zeigten. Ein schöner Abend. Wenn ihr jetzt auch noch alle gekommen wäret, wäre es perfekt gewesen…