Archiv der Kategorie: Oz

Endlich Menschenmassen – Brisbane und die Gold Coast

20.-21.09.2013

Von Rainbow Beach aus sind wir nach Tin Can Bay gefahren, wo ich mal wieder einer Delfinfütterung beigewohnt habe. Diesmal durfte ich für $5 aber auch selber ran.

Der Delfin hat gequiekt, als ich näher kam. Weil er mich mochte, sagte die Betreuerin.

In Brisbane wollten wir die Innenstadt angucken, sind aber nach 17 Minuten Aufenthalt wieder weitergefahren, da die Preise im Parkhaus eine Frechheit durchaus zu beachtender Kostenfaktor waren (bis 20 Minuten 5$, bis 30 Minuten 15$, bis 60 Minuten 30$). Abends gab es ein BBQ bei Sergio, einem Mexikaner, den wir auf der Whitsundaytour kennen gelernt hatten. Im Anschluss haben wir im Rahmen des gerade stattfindenden Brisbane-Festivals bei der „Symphony under the stars“ klassische Musik gehört. (Und ich möchte mir hiermit endlich mal merken, dass dieses bekannte Lied aus Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ ist.)

Am nächsten Tag standen wir zum ersten Mal im Stau, bevor dann der potenzielle Höhepunkt unserer Tour kam: Surfers Paradise. Und wir taten, was mir vorher viele gesagt hatten, dass wir tun würden: zwei Stunden da bleiben, dann weiterfahren. Voll, voller, am vollsten. Hochhäuser verdecken die Sonne. Und dann war auch noch Ferienanfang und Kinderwochenende. Wenn die Verkehrsführung nicht so bescheiden gewesen wäre, wären wir noch schneller weg gewesen. (Na gut, ich übertreibe etwas.)

Auf der weiteren Strecke haben wir unseren ersten Driver Reviver mitgenommen. Dies ist eine Haltestelle an der jeder kostenlos einen Kaffee und etwas Gebäck bekommt, damit er erholt auf die Weiterfahrt gehen kann. Schöne Sache. Abends hieß es dann Camping in Byron Bay.

Rainbow Beach und Fraser Island

16.-19.09.2013

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und ja, sie besteht wirklich nur aus Sand und alle Pflanzen und der Regenwald dort wachsen auf Sand. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass, wenn man dort fahren möchte, man nur auf Sand fährt und deshalb einen Vierradantrieb benötigt. Q.e.d., sozusagen. Und da wir natürlich immer schon mal im Sand herumheizen wollten, haben wir extra die Tag-Along-Self Drive-Tour gebucht. Dafür mussten wir am Tag vorher ein Briefing über uns ergehen lassen (auch am Strand ist Linksfahrgebot, Dingos nicht füttern, auf Wellen und Gezeiten achten etc.). Dabei haben wir auch unsere Autobesatzung kennen gelernt, mit der wir am Abend noch etwas Billard und Karten gespielt haben.

Am nächsten Morgen ging’s dann los. Acht Leute im Auto: Ramona, Vanessa, Lara aus Deutschland, Gino aus der Schweiz und Benoit und Thibaud aus Frankreich. Dazu noch Björn und ich.

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Nachdem unser Guide Luke noch schnell die Lautsprecher seines lead trucks repariert hatte (Musik ist halt wichtig), sind wir mit der Fähre übergesetzt (Delfine überall!) und haben schon nach ein paar Metern auf der Insel den ersten Dingo gesehen:

Exkurs (Bildungsauftrag): Dingos kamen vor ca. 10.000 Jahren aus dem nördlichen Papua-Neuguinea nach Australien. Da es bis dahin keine Raubtiere auf dem Kontinent gab, hatten sie keine natürlichen Feinde und konnten sich ordentlich austoben. Damit sind sie, neben dem Menschen natürlich, auch dafür verantwortlich, dass einige Tierarten, wie z.B. das Riesenkänguru, mittlerweile ausgestorben sind (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Auf Fraser Island leben sie auch schon sehr lange und hatten sich mit der Zeit so an die Touristen gewöhnt, dass sie kaum noch Scheu zeigten und sich auch in Camps wagten, um dort Essensreste abzugreifen. Vor ein paar Jahren gab es dann einen Zwischenfall, bei dem ein Dingo ein Kind tötete. Daraufhin wurden diverse Dingos erlegt und es wurde beschlossen, klare Richtlinien im Umgang mit den Tieren durchzusetzen (z.B. keine Annäherungsversuche wie Füttern mehr). So werden Dingos mittlerweile wieder als das, was sie sind, nämlich wilde Tiere, behandelt, und wenn man nicht gerade im Vollsuff zwei Kilometer außerhalb des Camps bei Pinkeln umkippt und liegenbleibt (wie es vor einiger Zeit angeblich ein Tourteilnehmer tat), gehen sie einem aus dem Weg. (Der werte Tourist wurde übrigens übel zugerichtet und zerfleischt, hat aber überlebt.) Langer Exkurs, sorry. Da kam das Lehrergen durch.

Unser Guide Luke war eine ziemlich coole Socke, der die mir sehr sympathische Macke hatte, möglichst viele seiner Ansagen in Reimform zu packen. Außerdem hat er mir sehr interessante Ansichten zur Situation der Aborigines und zum Leben allgemein geliefert. Eines seiner Mottos werde ich zukünftig übernehmen: Appreciate.

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Am ersten Tourtag sind wir noch zum Lake MacKenzie gefahren, einem See, der nur aus Regenwasser besteht (perched lake, heißt das glaube ich), bevor wir abends im Camp gekocht, gespielt und die zwei niedlichen Riesenpythons beobachtet haben, die sich unter dem Vordach aufhielten.

Tag 2 begann mit einer Fahrt zum Hangover Creek, der eigentlich Eli Creek heißt, und aus dem wir unser Trinkwasser aufgefüllt haben – sicherheitshalber am Anfang des Baches.

Dann ging es zum Wrack der Maheno, welches 1936 beim Transport nach Japan auf Grund gelaufen ist und dann wegen eines extrem ungünstigen Kosten-Nutzenverhältnisses einfach liegengelassen wurde.

Danach zum Indian Headland, zum Wal-, Delfin-, Hai- und Schildkrötenbeobachten. Nur Schildkröten gesehen. Also ab zum Champagne Pool, der aber nur mit Wasser gefüllt ist und bei Ebbe auch nur sehr bedingt. Dann haben wir noch Pippies (Muscheln) gesammelt, welche abends gekocht und verzehrt wurden.

Ansonsten fällt der zweite Abend unter das Motto: What happens on Fraser, stays on Fraser.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen war schön, auch wenn natürlich wieder mal Wolken im Weg waren:

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Der letzte Tag bestand aus Resteessen (man kann sagen, dass die zur Verfügung gestellte Box mit Essen zum Selberrationieren nicht gereicht hat) und einem Besuch am Lake Wabby, umrundet von, überraschenderweise, Sand.

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Abends dann wieder Bier und Billard in Rainbow Beach sowie ein bisschen Dart, Tischtennis und Livemusik. Appreciate.

From beach to beach: Airlie to Rainbow

13.-15.09.2013

Nach dem Whitsunday-Trip mussten wir zum ersten Mal ordentlich Kilometer am Stück machen, da die nächste Tour in Rainbow Beach schon wartete. Das Gute am Campervan ist ja, dass man einfach so weit fahren kann, wie man möchte und dann irgendwo stehen bleiben kann. Zwar nicht ganz legal, aber praktisch. Und man sieht morgens so etwas:

Wildcamping Mackay2

Auf der Strecke liegt nicht viel Sehenswertes (auch wenn die Touristenbroschüren natürlich etwas ganz Anderes sagen). Wir sind in Rockhampton kurz im kostenlosen Zoo gewesen (wo sie Schimpansen hatten) und haben dann nach einem erneuten Bushcampingaufenthalt noch kurz Station in Agnes Water/Town of 1770 gemacht. Gemütlich und entspannt. Noch zumindest. Die ersten Hostelketten hatten sich schon breit gemacht und mich würde es nicht wundern, wenn der Ort in fünf Jahren neu durchgestylt ist. Das befürchtete auch der nette Aussie, den wir beim Mittagstisch kennen gelernt haben.

Airlie Beach und die Whitsunday Islands

09.-13.09.2013

Nach meinem ersten Haarschnitt in Australien (Ayr, 09.09.2013, $18) ging es nach Airlie Beach, dem Ausgangsort für fast alle Touren zu den Whitsunday Islands. Airlie Beach ist ein ziemlich durchtouristisiertes kleines Örtchen mit einem gewissen Charme aber einem sehr steinigen Strand. Das weiß man aber nicht, bevor man reingeht. So haben wir uns erstmal die Füße lädiert und sind danach an die vorgelagerte Lagune gegangen. Hier habe ich zum ersten Mal Crackmöwen gesehen:

Crack-Möwen mit Crack-Keks

Die Whitsundaytour haben wir auf der „The Pride of Airlie“ gemacht, mit Skipper Kevin und den Deckhands Adam und Reid, beides Amis. Die Übernachtung war nicht auf dem Boot, sondern auf South Molle Island, einem Resort auf einer tropischen Insel der Whitsundays, in dem man u.a. Kokosnüsse knacken, Kayak fahren und Golf spielen konnte.

Das Ungewöhnliche an der Tour war, dass mehr Australier als Deutsche dabei waren. Das gibt es nur sehr selten an der Ostküste. Die Aussie-Gang hatte gerade eine Woche Urlaub und hatte sich anscheinend fest vorgenommen, jede Minute dieser Zeit mindestens ein paar Promille Alkohol im Blut zu haben. Zumindest auf der Tour dürften sie das geschafft haben. (Wobei wir sie witzigerweise auch am Abend vorher schon im Pub beim Karaoke singen gesehen hatten und da sollte der Pegel auch gehalten worden sein.) Dazu kamen noch ein paar Mexikaner, zwei Engländer und noch andere Menschen, mit denen ich mich nicht unterhalten habe.

Bilder vom Boot:

Am zweiten Tag sind wir geschnorchelt (ich habe 15 Minuten lang eine Schildkröte verfolgt) und sind dann zum Whitehaven Beach geschippert. Das ist der (angeblich) weißeste Strand der Welt, da er nicht aus Sand, sondern aus Silikat besteht, und so fein ist, dass er gut Kameras ruinieren kann. Als Ausgleich bietet er aber so eine unglaublich schöne Aussicht, dass man gar keine schlechten Fotos machen kann.

Abends war Karaoke-Nacht auf der Insel. „99 Red Balloons“ für die Deutschen. Ich bleibe lieber weiterhin bei Major Tom.

Am letzten Tag sind wir noch einen der besten (laut National Geographic) bushwalks der Ostküste gegangen, den Spion Kop. Dabei durfte man mal wieder an den Hintern der grünen Ameisen lecken (als erfahrener Australienreisender hatte ich das ja schon hinter mir) und hatte wirklich beeindruckende Aussichten. Die Whitsundays haben mich glaube ich für viele weitere Lookouts verdorben.

 

 

S.S. Yongala

08.09.2013

Die Yongala ist sowas wie die australische Titanic und sank ebenfalls 1911. Gefördert durch das naheliegende Riff hat sich hier eine bunte Unterwasserwelt aufgetan, weshalb das Wrack nun als eines der zehn besten Tauchreviere der Welt gilt.

Nachdem wir James, meinen Tauchpartner aus Cairns, in Townsville eingesammelt hatten, ging es nach Ayr, von wo aus wir mit einem kleinen Boot zum Wrack gebracht wurden. Es war sehr, ich betone: SEHR windig und auf der Fahrt sind schon alle nass geworden. Egal. Nicht so egal war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal seekrank geworden bin. Ich bin ja wirklich schon recht häufig auf dem Wasser unterwegs gewesen, aber solche Wellenbewegungen hatte ich noch nicht erlebt. Die Crew meinte auch unisono: „We’ve never been seasick until we got on this boat.“ Beruhigend, irgendwie. Gut, dass im Wasser alles normal war und wir somit auf Tauchstation gehen konnten. Der erste Tauchgang war etwas nervig, da eine andere Taucherin erst ihre Weiterbildung zum Adventure Diver machen musste, damit sie auf 30m Tiefe gehen konnte. Das hatte ich ja extra schon in Cairns gemacht. Wir mussten jedenfalls ca. fünf Minuten unter Wasser warten, bis sie fertig war und dann war mein Sauerstoff auch beinahe wieder in einem Bereich, der nicht mehr viel Zeit übrig ließ. Somit haben wir eher wenig gesehen.

Der zweite Tauchgang war deutlich besser – allein schon, weil ich nicht mehr auf dem Boot stehen und konzentriert Richtung Horizont gucken musste. Wir haben fast das ganze Schiff abgetaucht und ich habe Nemo gesehen!

Die Fotos habe ich von einem anderen Taucher bekommen, der schon mehr als 250 Tauchgänge und viel Erfahrung in der Unterwasserfotografie hat. Ob ich das wirklich alles gesehen habe, weiß ich also nicht:

Townsville und Umgebung

04.-07.09.2013

Townsville streitet sich mit Cairns schon seit Jahren über den Titel „Capital of North Queensland“. Cairns ist etwas kleiner, hat dafür aber mehr Action zu bieten. Townsville hat mehr Kultur und Museen, aber ist nicht so schön gelegen. Mir hat es trotzdem besser gefallen als Cairns, das als Stadt selber kaum Flair hat. Townsville hat davon zwar auch nicht viel, aber zumindest einen Strand, der „The Strand“ heißt und auf dem Kunst ausgestellt ist:

Dazu kommt der für australische Städte obligatorische Hügel in der Stadt, von dem aus man den Sonnenuntergang beobachten kann. Hier heißt er Castle Hill:

Den Streit haben die meisten Aussies übrigens damit „gelöst“, dass Townsville nun „Capital of North Queensland“ und Cairns „Capital of Far North Queensland“ ist.

Direkt vor der Küste von Townsville liegt Magnetic Island, eine Ferieninsel mit Nationalpark. Dort kann man Koalas in freier Wildbahn sehen. Zumindest wenn man nicht so unaufmerksam durch die Gegend läuft wie wir. Gut, dass wir auf dem Weg ein Berliner Pärchen getroffen hatten, die kurz nach unserem Treffen zurück zu uns gerannt kamen und wild schreiend auf einen Koala aufmerksam machten. An dem Baum waren wir schon zweimal vorbeigegangen. Ähnliches fand später nochmal statt, diesmal mit einem anderen Pärchen. Wie auch immer, jedenfalls präsentiere ich hiermit: Koalas!

Abends konnten wir dann noch Rock Wallabies sehen. Wurde mir an der Westküste noch erzählt, dass diese extrem schwierig zu beobachten wären, kamen sie auf Maggie Island sogar auf uns zu. Was regelmäßiges Füttern durch Touristen so ausmachen kann. War trotzdem total niedlich.

 

Tully River Rafting

03.09.2013

Da es, zum ersten Mal seit ich in Australien war, mehrfach und auch länger geregnet hat, haben wir uns gesagt: „Wenn wir sowieso nass werden, dann auch richtig“ und haben die White Water Rafting-Tour durch den Tully River gebucht. Tully ist für seine hohen Niederschlagswerte bekannt und hat deshalb auch dieses Wahrzeichen:

Außerdem konnte ich dieses Jahr ja nicht am Kanu&Grillen-Event teilnehmen, weshalb meine Kentersucht anderweitig befriedigt werden musste. War zwar nicht vergleichbar, aber trotzdem klasse:

 

Atherton Tablelands

31.08.-02.09.2013

Von Cairns aus ins Inland ziehen sich die Atherton Tablelands, die der Lonely Planet unberechtigterweise komplett ignoriert. Hier gibt es diverse Wasserfälle in hügeliger Landschaft in den so genannten dry tropics, also den (im Vergleich zu den nördlichen liegenden wet tropics) nicht so regenreichen Tropen. Außerdem kann man zur Abendzeit das fabelhafte Schnabeltier (Platypus) zu Gesicht bekommen und zwei weitere, mir bis dahin unbekannte Känguru-Arten beobachten: das Lumholtz tree kangaroo und das rat kangaroo. Ersteres bewegt sich etwas unbeholfen durch die Bäume (und fällt dabei gerne auch mal herunter), Letzteres krabbelt/hüpft am Boden herum. Beide sieht man nur sehr selten. Ich hatte das Glück, dass wir in der ersten Nacht unter der Curtain Fig wild gecampt haben und eine Familie mit Taschenlampe vorbeikam und ein tree kangaroo entdeckt haben. Das Rattenkänguru habe ich aber nicht gesehen.

Dafür habe ich am 02.09. (welch ein schöner Tag) endlich meinen ersten Cassowary gesehen. Ich hatte wegen dieses Vogels ja schon diverse bushwalks hinter mich gebracht ohne ihn zu Gesicht zu bekommen und dann, ja dann, läuft er bei Mission Beach einfach über die Straße.

cassowary

Road Trip an der Ostküste

Zu einem ordentlichen Australienaufenthalt gehört auch ein ordentlicher Road Trip. Deshalb habe ich mir mit Björn aus Konschtanz einen Campervan von Spaceships gemietet und wir sind von Cairns Richtung Sydney aufgebrochen, mit vielen Ideen, aber ohne Plan, dafür aber ca. vier Wochen Zeit, da dann Björns Flieger nach Deutschland geht. Prinzipiell sollte es an der Ostküste nach Süden gehen, wobei wir die Ostküstenhighlights wie die Whitsundays und Fraser Island mitnehmen wollten.

Keine Sorge, ich werde nicht wieder jeden Tag einzeln beschreiben und dann alles auf einmal hochladen. Das von-unten-nach-oben-Lesen verwirrt ja auch sehr. Da ich momentan zum ersten Mal auf meiner Reise regelmäßigen Internetzugang habe, Susi jetzt auch endlich mitliest und außerdem Ferienbeginnn ist, habe ich mir vorgenommen, jeden Tag einen neuen Eintrag zu erstellen. Mal sehen, was das wird.

Das hier ist jedenfalls unser Van:

Ganz praktisch, mit Kühlschrank, Besteck und Geschirr und zwei Gaskochern sowie einem DVD-Player. Dann kann’s ja losgehen.

Cane Toads

Die folgende Story hat mich während meines ganzen Australienaufenthaltes begleitet, in verschiedenen Variationen und Ausprägungen. Ich habe hier mal meine favorisierte Version niedergeschrieben:

Die Geschichte der Cane Toads macht gut deutlich, warum die Australier so pingelig sind, wenn es um die Einfuhr von fremder Flora und Fauna geht. So hatte vor gar nicht allzu langer Zeit in einem nicht allzu weit entfernten Örtchen, nennen wir es Mossman, ein gar nicht allzu heller Farmer eine Idee, wie er die ganzen blöden Käfer, die seine Zuckerrohrfelder befallen haben, loswerden könnte. So importierte er einen kleinen Koffer mit ein paar Handvoll Kröten aus Südamerika, deren Leibspeise die bereits vorgestellten Käfer sind, und setzte sie in seinem Feld aus, auf dass sie alle blöden Käfer auffressen sollten. Was er leider nicht bedacht hatte, war, dass die Kröten nicht springen können, geschweige denn an dem Zuckerrohr hochlaufen können. Die Käfer ihrerseits aber schon. Das taten sie dann, als sie merkten, dass man ihnen nach dem Leben trachtete, auch. Und die Kröten guckten wohl gleichzeitig dumm aus der Wäsche und hoch auf die Käfer in den Zuckerrohren.

So weit, so dämlich. Was nun aber extrem ungünstig war, ist die Tatsache, dass sich die Kröten – sei es aus Langeweile ob der Untätigkeit oder einfach so – in einer unglaublichen Geschwindigkeit vermehrten, noch bevor der werte Farmer auch nur daran denken konnte, sie wieder einzusacken. Und so waren binnen kürzester Zeit ganze Landstriche von diesen Kröten durchzogen. Das klingt jetzt erstmal nicht nach einem immensen Problem, wenn man aber bedenkt, dass diese Kröten für Menschen hochgiftig sind, wird das Ausmaß dieses Vermehrungsprozesses nachvollziehbarer. Zwar muss man schon an ihnen lecken, um sich wirklich zu vergiften, aber immerhin. Außerdem fressen sie natürlich den einheimischen Tieren die Nahrung weg und vergiften diese auch teilweise.

Ausgehend von diesem einen Feld sprangen (Obacht: Wortspiel) die Kröten jedenfalls auf weitere Teile Queenslands über, bis sie im ganzen Staat zu finden waren. Von dort ging es in den Westen ins Northern Territory und im Moment sind sie gerade dabei Western Australia zu bevölkern. Die Regierung versucht mit allen Mitteln dieses Vordringen einzudämmen und veranstaltet „Catch a toad“-Tage in den Schulen, an denen alle Schüler möglichst viele dieser Viecher fangen sollen. Interessante Idee, oder? Natürlich haben die lieben Kleinen Schutzhandschuhe an.

So richtig von Erfolg gekrönt sind diese Aktionen aber nicht, und so findet man sie immer mal wieder in feuchten Ecken und auch in Gorges, frei nach dem Motto: Und wenn sie nicht gestorben sind, vermehren sie sich noch heute.