Archiv der Kategorie: Queensland

Schon wieder Brisbane, diesmal aber auch Umgebung

08.-09.10.13

Nach dem Abschied von Kathy und Steve ging es mit Bus und Bahn in die Glass House Mountains, die den omnibenennenden Captain Cook an die heimatlichen Glassöfen erinnert haben. Aha.

Dort hat mich Natalie (von Straddie) abgeholt und wir sind im schwesterlichen Auto etwas durch die Gegend und dann nach Brisbane gefahren. Das Hostel war mein bisher schlechtestes. Das kommt davon, wenn man nur nach Namen bucht – Somewhere to Stay halt. Dreckig. Und den online erwähnten pool table hatten sie auch nicht. Da ich aber noch eine Rechnung zu begleichen hatte, haben wir dann im Westend Brisbanes eine Kneipe aufgetan. 4:3 gewonnen.

Am nächsten Tag war ich ein bisschen im Arts Museum und der Gallery, dann noch in der vollen Innenstadt und abends bin ich etwas mit der kostenlosen Fähre gefahren. Ein schöner Abschluss der Ostküste, denn am nächsten Morgen ging mein Flug nach Adelaide.

Noosa – Part 2: Sport und Sühne

27.09.-07.10.2013

Im Rahmen meiner Weiterbildung in Aussie culture habe ich die beiden Grand Finals geschaut. Einmal das der Australian Football League (AFL), welches Melbourne gegen das von mir aus kultureller Verbundenheit favorisierte Fremantle gewann. Oci hat mir parallel ein paar Regeln erklärt und dann ist das Spiel auch sehr leicht zu verstehen und auch echt spannend. Etwas vergleichbar mit Gaelic Football, nur noch intensiver – von wegen football for fags.

Das andere Finale war das von Steves Lieblingssportart, der Rugby League, einer simpleren und (zumindest für mich) leichter zu verstehenden Rugby-Variante. (Populärer, aber auch komplexer, ist Rugby Union, welches z.B. auch mein lieber Cousin Michael in Kiel spielt.) Hier spielten Sydney vs Sydney in Sydney und Sydney hat gewonnen. Die Roosters, nicht Manly. Kann man gut gucken. Ist ja auch Sport.

Selber aktiv bin ich aber auch gewesen:

Mit dem Rad auf den Mount Tinbeerwah

Mit Kathy und ein paar Freundinnen im Nationalpark gewandert – allerdings Aussie style, auf Tempo. Und das mir als Langsamgeher.

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Und endlich hat es mal geklappt: Ich hatte ja schon bei mehreren Bowls clubs angefragt und Evelyn und Kevin haben mir sogar einen extra Termin für eine individuelle Einführung gegeben. Netter Sport.

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(Ich habe auch noch ein Action-Video, aber das kann ich nicht hochladen.)

Schön war auch, dass ich doch tatsächlich mal regelmäßig Internet hatte und endlich mal mit Silvi skypen konnte (Huhu!). War aber auch interessant zu merken, wie schnell ich mich wieder daran gewöhnt habe, online sein zu können und dann auch gleich recht viel Zeit dort verbracht habe.

Insgesamt war meine Zeit bei Kathy und Steve (und auch bei Oci und Claire) sehr entspannt. Die Arbeit war fair, das Essen war super, die Gesellschaft meistens sehr angenehm und ich konnte mich auch kulturell weiterbilden. Coopers ist definitiv das beste australische Bier. Danke, Kathy und Steve!

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Noosa – Part 1: Endlich wieder arbeiten

27.09.-07.10.2013

Nach so viel Reisen war es mal wieder an der Zeit durchzuatmen. Und da das ja beim letzten Mal so gut geklappt hat, habe ich mir über helpx wieder einen Job gesucht. Diesmal musste ich aber wirklich arbeiten.

Kathy und Steve leben in Tinbeerwah, etwas 15km östlich von Noosa, welches aus Noosa Heads, Noosaville, Noosa Junction und Noosa Hangloosa (nee) besteht und einen tollen Nationalpark hat. Das Grundstück war mit 5 acres geradezu prädestiniert für Gartenarbeit. Meine Aufgaben waren Kantenschneiden mit dem whipper-snipper, Hochdruckreinigen, Rasenmähen (mit dem ride-on mower) und anderen Kleinkram – basically it all comes down to weeding. (Was Unkraut jäten bedeutet, keine Sorge.) Gut, dass ich auf meine jahrelange Erfahrung im elterlichen Garten zurückgreifen konnte und somit sehr effizient meine 3-4 Stunden am Tag gearbeitet habe und dabei endlich mal an einiger meiner bisher ungehörten Musik lauschen konnte. Empfehlungen: Vieles von Asher Lane, Brandon Boyd und etwas Moriarty.

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Mit Kathy und Steve leben noch Hund Cedar, die B’n’B-Kunden Oci (Ottavio) und Claire und anfangs waren auch noch die helpx-er Aurelie und Stéphane dort, die aber nach ein paar Tagen aufgebrochen sind. Bis dahin haben wir aber jede Menge „Dutch Blitz“ gespielt, ein Kartenspiel, welches Claire aus Indonesien mitgebracht hat. (Wer mir eine Freude bereiten möchte, kann mal nach dem Spiel auf eBay suchen – ich zahle fast jeden Preis. Ist aber schwer zu finden, habe ich gehört.)

Von Noosa und der Sunshine Coast habe ich eher wenig gesehen. Eigentlich hatte ich ursprünglich gedacht, dass dieser Ort der Anfang meiner Surfkarriere (Frankreich zählt da nicht) wird, aber mir fehlte dann doch die Motivation. Das lag zum einen daran, dass gerade school holidays waren und es dementsprechend voll war. Allerdings war ich nach dem ganzen Herumgereise auch wieder im Gammelmodus, so dass mich Oci und Claire auf den neuen Thor-Film vorbereitet haben, indem wir in chronologischer Reihenfolge Captain America (naja), The Avengers (yeah) und Iron Man 3 (cool) angesehen haben.

Das Wetter war sehr wechselhaft. Anfangs hat es sogar geregnet. Ja, unglaublich, ich weiß. Kathy sagte, dass man die Gegend beim dem Wetter auch Unshine Coast nennt. Später war es dann aber auch wieder sehr heiß, so dass ich meine Arbeiten früh morgens erledigen musste. Dabei traf ich auch ab und zu auf ein paar Tiere:

North Stradbroke Island

24.-26.09.13

Da Björn leider seinen Flieger aus Sydney kriegen musste und ich einen Job in Noosa anfangen wollte, haben wir uns heute morgen wie verabredet getrennt (*schluchz*) und ich bin wieder Richtung Norden gefahren. Benny aus Erfurt hat mich mitgenommen.

Eigentlich wollte ich ja ein oder zwei Nächte bei Sergio auf der Couch übernachten, aber sein Vermieter hat ihm Gäste wegen einer zu hohen Stromrechnung verboten. Echt. So habe ich meine Pläne spontan geändert und bin nach North Stradbroke Island gefahren, einer Insel vor der Küste Brisbanes. Im dortigen YHA war ich einer von gefühlt drei Gästen und konnte so mal wieder so richtig die Seele baumeln lassen.

Auf der Fahrt zum Hostel habe ich zwei Aussies kennen gelernt (die schnacken ja gerne mal Touristen an) und diese zufälligerweise beim Wandern wiedergetroffen. Daraufhin haben wir uns erstmal in den Pub gesetzt und drei Middies (Bierglaseinheit, sinngemäß ein kleines Bier) zum Mittag genossen. Die beiden sind auch Lehrer und wir haben uns gut unterhalten. Das geplante Schnorcheln fiel heute aber aus. Wandern erschien da sinnvoller und war auch lohnenswert:

Am nächsten Morgen ist der bushwalk der locals ausgefallen, so dass ich mich in die Hängematte gelegt habe und erstmal nicht wieder aufgestanden bin. Gammeltag. Beim Sonnenuntergang habe ich mich nach zehn Minuten dabei erwischt, dass ich die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht hatte. Appreciate.

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Abends habe ich dann noch gegen Natalie aus York beim Pool verloren. 4:5. War aber zeitweise ganz großes Tennis. Am nächsten Tag bin ich mit Bus-Fähre-Bus-Zug-Bus nach Noosa gefahren, wo mal wieder Arbeit auf mich wartete.

Endlich Menschenmassen – Brisbane und die Gold Coast

20.-21.09.2013

Von Rainbow Beach aus sind wir nach Tin Can Bay gefahren, wo ich mal wieder einer Delfinfütterung beigewohnt habe. Diesmal durfte ich für $5 aber auch selber ran.

Der Delfin hat gequiekt, als ich näher kam. Weil er mich mochte, sagte die Betreuerin.

In Brisbane wollten wir die Innenstadt angucken, sind aber nach 17 Minuten Aufenthalt wieder weitergefahren, da die Preise im Parkhaus eine Frechheit durchaus zu beachtender Kostenfaktor waren (bis 20 Minuten 5$, bis 30 Minuten 15$, bis 60 Minuten 30$). Abends gab es ein BBQ bei Sergio, einem Mexikaner, den wir auf der Whitsundaytour kennen gelernt hatten. Im Anschluss haben wir im Rahmen des gerade stattfindenden Brisbane-Festivals bei der „Symphony under the stars“ klassische Musik gehört. (Und ich möchte mir hiermit endlich mal merken, dass dieses bekannte Lied aus Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ ist.)

Am nächsten Tag standen wir zum ersten Mal im Stau, bevor dann der potenzielle Höhepunkt unserer Tour kam: Surfers Paradise. Und wir taten, was mir vorher viele gesagt hatten, dass wir tun würden: zwei Stunden da bleiben, dann weiterfahren. Voll, voller, am vollsten. Hochhäuser verdecken die Sonne. Und dann war auch noch Ferienanfang und Kinderwochenende. Wenn die Verkehrsführung nicht so bescheiden gewesen wäre, wären wir noch schneller weg gewesen. (Na gut, ich übertreibe etwas.)

Auf der weiteren Strecke haben wir unseren ersten Driver Reviver mitgenommen. Dies ist eine Haltestelle an der jeder kostenlos einen Kaffee und etwas Gebäck bekommt, damit er erholt auf die Weiterfahrt gehen kann. Schöne Sache. Abends hieß es dann Camping in Byron Bay.

Rainbow Beach und Fraser Island

16.-19.09.2013

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und ja, sie besteht wirklich nur aus Sand und alle Pflanzen und der Regenwald dort wachsen auf Sand. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass, wenn man dort fahren möchte, man nur auf Sand fährt und deshalb einen Vierradantrieb benötigt. Q.e.d., sozusagen. Und da wir natürlich immer schon mal im Sand herumheizen wollten, haben wir extra die Tag-Along-Self Drive-Tour gebucht. Dafür mussten wir am Tag vorher ein Briefing über uns ergehen lassen (auch am Strand ist Linksfahrgebot, Dingos nicht füttern, auf Wellen und Gezeiten achten etc.). Dabei haben wir auch unsere Autobesatzung kennen gelernt, mit der wir am Abend noch etwas Billard und Karten gespielt haben.

Am nächsten Morgen ging’s dann los. Acht Leute im Auto: Ramona, Vanessa, Lara aus Deutschland, Gino aus der Schweiz und Benoit und Thibaud aus Frankreich. Dazu noch Björn und ich.

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Nachdem unser Guide Luke noch schnell die Lautsprecher seines lead trucks repariert hatte (Musik ist halt wichtig), sind wir mit der Fähre übergesetzt (Delfine überall!) und haben schon nach ein paar Metern auf der Insel den ersten Dingo gesehen:

Exkurs (Bildungsauftrag): Dingos kamen vor ca. 10.000 Jahren aus dem nördlichen Papua-Neuguinea nach Australien. Da es bis dahin keine Raubtiere auf dem Kontinent gab, hatten sie keine natürlichen Feinde und konnten sich ordentlich austoben. Damit sind sie, neben dem Menschen natürlich, auch dafür verantwortlich, dass einige Tierarten, wie z.B. das Riesenkänguru, mittlerweile ausgestorben sind (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Auf Fraser Island leben sie auch schon sehr lange und hatten sich mit der Zeit so an die Touristen gewöhnt, dass sie kaum noch Scheu zeigten und sich auch in Camps wagten, um dort Essensreste abzugreifen. Vor ein paar Jahren gab es dann einen Zwischenfall, bei dem ein Dingo ein Kind tötete. Daraufhin wurden diverse Dingos erlegt und es wurde beschlossen, klare Richtlinien im Umgang mit den Tieren durchzusetzen (z.B. keine Annäherungsversuche wie Füttern mehr). So werden Dingos mittlerweile wieder als das, was sie sind, nämlich wilde Tiere, behandelt, und wenn man nicht gerade im Vollsuff zwei Kilometer außerhalb des Camps bei Pinkeln umkippt und liegenbleibt (wie es vor einiger Zeit angeblich ein Tourteilnehmer tat), gehen sie einem aus dem Weg. (Der werte Tourist wurde übrigens übel zugerichtet und zerfleischt, hat aber überlebt.) Langer Exkurs, sorry. Da kam das Lehrergen durch.

Unser Guide Luke war eine ziemlich coole Socke, der die mir sehr sympathische Macke hatte, möglichst viele seiner Ansagen in Reimform zu packen. Außerdem hat er mir sehr interessante Ansichten zur Situation der Aborigines und zum Leben allgemein geliefert. Eines seiner Mottos werde ich zukünftig übernehmen: Appreciate.

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Am ersten Tourtag sind wir noch zum Lake MacKenzie gefahren, einem See, der nur aus Regenwasser besteht (perched lake, heißt das glaube ich), bevor wir abends im Camp gekocht, gespielt und die zwei niedlichen Riesenpythons beobachtet haben, die sich unter dem Vordach aufhielten.

Tag 2 begann mit einer Fahrt zum Hangover Creek, der eigentlich Eli Creek heißt, und aus dem wir unser Trinkwasser aufgefüllt haben – sicherheitshalber am Anfang des Baches.

Dann ging es zum Wrack der Maheno, welches 1936 beim Transport nach Japan auf Grund gelaufen ist und dann wegen eines extrem ungünstigen Kosten-Nutzenverhältnisses einfach liegengelassen wurde.

Danach zum Indian Headland, zum Wal-, Delfin-, Hai- und Schildkrötenbeobachten. Nur Schildkröten gesehen. Also ab zum Champagne Pool, der aber nur mit Wasser gefüllt ist und bei Ebbe auch nur sehr bedingt. Dann haben wir noch Pippies (Muscheln) gesammelt, welche abends gekocht und verzehrt wurden.

Ansonsten fällt der zweite Abend unter das Motto: What happens on Fraser, stays on Fraser.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen war schön, auch wenn natürlich wieder mal Wolken im Weg waren:

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Der letzte Tag bestand aus Resteessen (man kann sagen, dass die zur Verfügung gestellte Box mit Essen zum Selberrationieren nicht gereicht hat) und einem Besuch am Lake Wabby, umrundet von, überraschenderweise, Sand.

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Abends dann wieder Bier und Billard in Rainbow Beach sowie ein bisschen Dart, Tischtennis und Livemusik. Appreciate.

From beach to beach: Airlie to Rainbow

13.-15.09.2013

Nach dem Whitsunday-Trip mussten wir zum ersten Mal ordentlich Kilometer am Stück machen, da die nächste Tour in Rainbow Beach schon wartete. Das Gute am Campervan ist ja, dass man einfach so weit fahren kann, wie man möchte und dann irgendwo stehen bleiben kann. Zwar nicht ganz legal, aber praktisch. Und man sieht morgens so etwas:

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Auf der Strecke liegt nicht viel Sehenswertes (auch wenn die Touristenbroschüren natürlich etwas ganz Anderes sagen). Wir sind in Rockhampton kurz im kostenlosen Zoo gewesen (wo sie Schimpansen hatten) und haben dann nach einem erneuten Bushcampingaufenthalt noch kurz Station in Agnes Water/Town of 1770 gemacht. Gemütlich und entspannt. Noch zumindest. Die ersten Hostelketten hatten sich schon breit gemacht und mich würde es nicht wundern, wenn der Ort in fünf Jahren neu durchgestylt ist. Das befürchtete auch der nette Aussie, den wir beim Mittagstisch kennen gelernt haben.

Airlie Beach und die Whitsunday Islands

09.-13.09.2013

Nach meinem ersten Haarschnitt in Australien (Ayr, 09.09.2013, $18) ging es nach Airlie Beach, dem Ausgangsort für fast alle Touren zu den Whitsunday Islands. Airlie Beach ist ein ziemlich durchtouristisiertes kleines Örtchen mit einem gewissen Charme aber einem sehr steinigen Strand. Das weiß man aber nicht, bevor man reingeht. So haben wir uns erstmal die Füße lädiert und sind danach an die vorgelagerte Lagune gegangen. Hier habe ich zum ersten Mal Crackmöwen gesehen:

Crack-Möwen mit Crack-Keks

Die Whitsundaytour haben wir auf der „The Pride of Airlie“ gemacht, mit Skipper Kevin und den Deckhands Adam und Reid, beides Amis. Die Übernachtung war nicht auf dem Boot, sondern auf South Molle Island, einem Resort auf einer tropischen Insel der Whitsundays, in dem man u.a. Kokosnüsse knacken, Kayak fahren und Golf spielen konnte.

Das Ungewöhnliche an der Tour war, dass mehr Australier als Deutsche dabei waren. Das gibt es nur sehr selten an der Ostküste. Die Aussie-Gang hatte gerade eine Woche Urlaub und hatte sich anscheinend fest vorgenommen, jede Minute dieser Zeit mindestens ein paar Promille Alkohol im Blut zu haben. Zumindest auf der Tour dürften sie das geschafft haben. (Wobei wir sie witzigerweise auch am Abend vorher schon im Pub beim Karaoke singen gesehen hatten und da sollte der Pegel auch gehalten worden sein.) Dazu kamen noch ein paar Mexikaner, zwei Engländer und noch andere Menschen, mit denen ich mich nicht unterhalten habe.

Bilder vom Boot:

Am zweiten Tag sind wir geschnorchelt (ich habe 15 Minuten lang eine Schildkröte verfolgt) und sind dann zum Whitehaven Beach geschippert. Das ist der (angeblich) weißeste Strand der Welt, da er nicht aus Sand, sondern aus Silikat besteht, und so fein ist, dass er gut Kameras ruinieren kann. Als Ausgleich bietet er aber so eine unglaublich schöne Aussicht, dass man gar keine schlechten Fotos machen kann.

Abends war Karaoke-Nacht auf der Insel. „99 Red Balloons“ für die Deutschen. Ich bleibe lieber weiterhin bei Major Tom.

Am letzten Tag sind wir noch einen der besten (laut National Geographic) bushwalks der Ostküste gegangen, den Spion Kop. Dabei durfte man mal wieder an den Hintern der grünen Ameisen lecken (als erfahrener Australienreisender hatte ich das ja schon hinter mir) und hatte wirklich beeindruckende Aussichten. Die Whitsundays haben mich glaube ich für viele weitere Lookouts verdorben.

 

 

S.S. Yongala

08.09.2013

Die Yongala ist sowas wie die australische Titanic und sank ebenfalls 1911. Gefördert durch das naheliegende Riff hat sich hier eine bunte Unterwasserwelt aufgetan, weshalb das Wrack nun als eines der zehn besten Tauchreviere der Welt gilt.

Nachdem wir James, meinen Tauchpartner aus Cairns, in Townsville eingesammelt hatten, ging es nach Ayr, von wo aus wir mit einem kleinen Boot zum Wrack gebracht wurden. Es war sehr, ich betone: SEHR windig und auf der Fahrt sind schon alle nass geworden. Egal. Nicht so egal war die Tatsache, dass ich zum ersten Mal seekrank geworden bin. Ich bin ja wirklich schon recht häufig auf dem Wasser unterwegs gewesen, aber solche Wellenbewegungen hatte ich noch nicht erlebt. Die Crew meinte auch unisono: „We’ve never been seasick until we got on this boat.“ Beruhigend, irgendwie. Gut, dass im Wasser alles normal war und wir somit auf Tauchstation gehen konnten. Der erste Tauchgang war etwas nervig, da eine andere Taucherin erst ihre Weiterbildung zum Adventure Diver machen musste, damit sie auf 30m Tiefe gehen konnte. Das hatte ich ja extra schon in Cairns gemacht. Wir mussten jedenfalls ca. fünf Minuten unter Wasser warten, bis sie fertig war und dann war mein Sauerstoff auch beinahe wieder in einem Bereich, der nicht mehr viel Zeit übrig ließ. Somit haben wir eher wenig gesehen.

Der zweite Tauchgang war deutlich besser – allein schon, weil ich nicht mehr auf dem Boot stehen und konzentriert Richtung Horizont gucken musste. Wir haben fast das ganze Schiff abgetaucht und ich habe Nemo gesehen!

Die Fotos habe ich von einem anderen Taucher bekommen, der schon mehr als 250 Tauchgänge und viel Erfahrung in der Unterwasserfotografie hat. Ob ich das wirklich alles gesehen habe, weiß ich also nicht:

Townsville und Umgebung

04.-07.09.2013

Townsville streitet sich mit Cairns schon seit Jahren über den Titel „Capital of North Queensland“. Cairns ist etwas kleiner, hat dafür aber mehr Action zu bieten. Townsville hat mehr Kultur und Museen, aber ist nicht so schön gelegen. Mir hat es trotzdem besser gefallen als Cairns, das als Stadt selber kaum Flair hat. Townsville hat davon zwar auch nicht viel, aber zumindest einen Strand, der „The Strand“ heißt und auf dem Kunst ausgestellt ist:

Dazu kommt der für australische Städte obligatorische Hügel in der Stadt, von dem aus man den Sonnenuntergang beobachten kann. Hier heißt er Castle Hill:

Den Streit haben die meisten Aussies übrigens damit „gelöst“, dass Townsville nun „Capital of North Queensland“ und Cairns „Capital of Far North Queensland“ ist.

Direkt vor der Küste von Townsville liegt Magnetic Island, eine Ferieninsel mit Nationalpark. Dort kann man Koalas in freier Wildbahn sehen. Zumindest wenn man nicht so unaufmerksam durch die Gegend läuft wie wir. Gut, dass wir auf dem Weg ein Berliner Pärchen getroffen hatten, die kurz nach unserem Treffen zurück zu uns gerannt kamen und wild schreiend auf einen Koala aufmerksam machten. An dem Baum waren wir schon zweimal vorbeigegangen. Ähnliches fand später nochmal statt, diesmal mit einem anderen Pärchen. Wie auch immer, jedenfalls präsentiere ich hiermit: Koalas!

Abends konnten wir dann noch Rock Wallabies sehen. Wurde mir an der Westküste noch erzählt, dass diese extrem schwierig zu beobachten wären, kamen sie auf Maggie Island sogar auf uns zu. Was regelmäßiges Füttern durch Touristen so ausmachen kann. War trotzdem total niedlich.