Archiv der Kategorie: Queensland

Tully River Rafting

03.09.2013

Da es, zum ersten Mal seit ich in Australien war, mehrfach und auch länger geregnet hat, haben wir uns gesagt: „Wenn wir sowieso nass werden, dann auch richtig“ und haben die White Water Rafting-Tour durch den Tully River gebucht. Tully ist für seine hohen Niederschlagswerte bekannt und hat deshalb auch dieses Wahrzeichen:

Außerdem konnte ich dieses Jahr ja nicht am Kanu&Grillen-Event teilnehmen, weshalb meine Kentersucht anderweitig befriedigt werden musste. War zwar nicht vergleichbar, aber trotzdem klasse:

 

Atherton Tablelands

31.08.-02.09.2013

Von Cairns aus ins Inland ziehen sich die Atherton Tablelands, die der Lonely Planet unberechtigterweise komplett ignoriert. Hier gibt es diverse Wasserfälle in hügeliger Landschaft in den so genannten dry tropics, also den (im Vergleich zu den nördlichen liegenden wet tropics) nicht so regenreichen Tropen. Außerdem kann man zur Abendzeit das fabelhafte Schnabeltier (Platypus) zu Gesicht bekommen und zwei weitere, mir bis dahin unbekannte Känguru-Arten beobachten: das Lumholtz tree kangaroo und das rat kangaroo. Ersteres bewegt sich etwas unbeholfen durch die Bäume (und fällt dabei gerne auch mal herunter), Letzteres krabbelt/hüpft am Boden herum. Beide sieht man nur sehr selten. Ich hatte das Glück, dass wir in der ersten Nacht unter der Curtain Fig wild gecampt haben und eine Familie mit Taschenlampe vorbeikam und ein tree kangaroo entdeckt haben. Das Rattenkänguru habe ich aber nicht gesehen.

Dafür habe ich am 02.09. (welch ein schöner Tag) endlich meinen ersten Cassowary gesehen. Ich hatte wegen dieses Vogels ja schon diverse bushwalks hinter mich gebracht ohne ihn zu Gesicht zu bekommen und dann, ja dann, läuft er bei Mission Beach einfach über die Straße.

cassowary

Road Trip an der Ostküste

Zu einem ordentlichen Australienaufenthalt gehört auch ein ordentlicher Road Trip. Deshalb habe ich mir mit Björn aus Konschtanz einen Campervan von Spaceships gemietet und wir sind von Cairns Richtung Sydney aufgebrochen, mit vielen Ideen, aber ohne Plan, dafür aber ca. vier Wochen Zeit, da dann Björns Flieger nach Deutschland geht. Prinzipiell sollte es an der Ostküste nach Süden gehen, wobei wir die Ostküstenhighlights wie die Whitsundays und Fraser Island mitnehmen wollten.

Keine Sorge, ich werde nicht wieder jeden Tag einzeln beschreiben und dann alles auf einmal hochladen. Das von-unten-nach-oben-Lesen verwirrt ja auch sehr. Da ich momentan zum ersten Mal auf meiner Reise regelmäßigen Internetzugang habe, Susi jetzt auch endlich mitliest und außerdem Ferienbeginnn ist, habe ich mir vorgenommen, jeden Tag einen neuen Eintrag zu erstellen. Mal sehen, was das wird.

Das hier ist jedenfalls unser Van:

Ganz praktisch, mit Kühlschrank, Besteck und Geschirr und zwei Gaskochern sowie einem DVD-Player. Dann kann’s ja losgehen.

Cairns – Part 3: Tobi dives the sky

Nachdem ich nun ja bereits tief getaucht war, wollte ich auch noch den Himmel erkunden, und habe deshalb doch tatsächlich einen SkyDive gemacht. Das Video dazu halte ich lieber erstmal unter Verschluss, ich kenne ja meine lieben Freunde und weiß, was mir sonst bei meiner Hochzeit blüht. Als Tipp für mitlesende zukünftige SkyDiver: Nicht zu lange mit dem Gesicht Richtung Boden schauen. Ich veröffentliche hier jedenfalls lieber ein paar akzeptable Fotos 😉

Cairns – Part 2: Tobi taucht

24.-28.08.13

Nach mehr als zwei entspannten Wochen hat mich wieder das Reisefieber gepackt und ich brauchte etwas Action. So passte es sehr gut, dass ich über eine zufällige Bekanntschaft im Reisebüro einen guten Discount auf den Tauchkurs meiner Wahl bekam und somit wieder in Cairns war, um Open Water Diver zu werden – auch wenn meine Eltern ja früher immer gesagt haben, dass ich nichts tauche… (Nee, stimmt gar nicht, war nur für den blöden Gag.)

Der Kurs setzte sich zusammen aus zwei Tagen Theorie- und Praxisunterricht im und am Pool sowie drei Tagen auf dem Great Barrier Reef mit neun Tauchgängen und Übernachtung auf dem Schiff. Und es wird den geneigten Leser wenig verwundern: Es war ziemlich geil. Wieder so ein Sport, der süchtig macht. Sogar so süchtig, dass ich noch die freiwillige Weiterbildung zum Adventure Diver mitgenommen habe, mit der ich nun bis zu 30m tief tauchen darf. Ich muss ja zugeben, dass ich gerade am Anfang mehr auf mich selbst als auf das Drumherum konzentriert war, aber dieses Große Barrierenriff (wie es mein altbewährter Reader’s Digest-Atlas aus Schulzeiten nennt) ist schon eine unglaublich tolle Umgebung. Dazu kam noch, dass ich mit James aus Nottingham den besten dive buddy hatte, den man sich vorstellen kann. Und der hatte auch noch eine Kamera, so dass ich sogar mit Fotos angeben kann:

Da wir beide so angefixt waren, haben wir uns am Ende des Kurses gleich für einen gemeinsamen Tauchgang auf der S.S. Yongala, einem der angeblich zehn besten Tauchreviere der Welt, in der Nähe von Townsville, verabredet.

Mossman – Part 4: Ein großes Dankeschön

Die Zeit bei Shaun war wirklich genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt brauchte. Ein eigenes Bett, einen Schrank, eine Dusche, Zeit für mich. Und als Bonus kam noch der Pool, die Sonne, die DVD-Kollektion und die hervorragende Verpflegung und Gesellschaft obendrauf. Shaun hat mich mit zu seinen Freunden und Nachbarn genommen, wenn die nicht gerade mal selbst vorbeigekommen sind. Und es waren allesamt tolle Menschen:

– Ducky, die gebürtig Elizabeth Taylor heißt, und in der ganzen Stadt bekannt ist für ihre hochfrequente Nutzung des F-Wortes,

– Steven und Paul, die ortsansässigen Bestatter mit einem unglaublich toll gelegenen Haus,

– Sharon, die irgendwie mit Stephen Hawking verwandt ist, und der wir beim Umzug geholfen haben, in das tollste Haus, das ich je gesehen habe (das kann man aber auch nur in den Tropen bauen)

– Derek, dessen Frau ich leider nicht kennen gelernt habe, und der einer von Shauns nächsten Nachbarn ist – ca. 3km bergauf – und dort den lieben langen Tag sein riesengroßes Anwesen pflegt,

– Jimmy und Kylie, die vor kurzem den fast ganzen Berg vor Shauns Haustür gekauft haben – samt Regenwald, Weideland und dieser Aussicht:

– und nicht zuletzt Ryan, Shauns Neffe, der mit Shaun zusammen wohnt und in der örtlichen Zuckermühle arbeitet.

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Ich habe mich sehr wohl gefühlt und werde die Zeit bestimmt nicht vergessen – und eigentlich muss ich ja sowieso in der Regenzeit nochmal da hin. Und in der Trockenzeit auch nochmal.

Mossman Gorge

24.08.13

Ich hatte ja lange keine Gorge mehr gesehen, da war es natürlich ganz praktisch, dass in Mossman eine ist. Und im Regenwald ist das nochmal eine ganz andere Erfahrung.

Ein paar Tage später habe ich dann noch mal Tourist gespielt und am Dreamtime Legend Walk teilgenommen, geleitet von Harold, einem Mitglied der Kuku Yalanji, dem ortsansässigen Aborigine-Stamm. Er als Medizinmann seines Stammes hat uns erzählt, wofür die Aborigines alles Heilpflanzen haben (z.B. Hautkrebs), und hat gezeigt, wie sich Nahrungssuche, Jagd und Gemeinschaftsleben abgespielt haben. War eine gute Führung.

Port Douglas

16.08.13

Gleich um die Ecke von Mossman liegt der Touri-Ort Port Douglas, wunderschön auf einer erhöhten Halbinsel gelegen, mit tollen Stränden und Aussichten. Überall wimmelte es von Palmen und Mangroven. Der Ort selber war mir aber deutlich zu touristisch und erinnerte mich etwas an meinen einzigen Mallorca-Urlaub. Wir waren an einem Freitag da und haben an jedem Strandabschnitt, den wir besucht haben, eine Hochzeitsgesellschaft getroffen.

Am Strand haben wir John „Jack“ Haywood getroffen, einen bekannten Schauspieler (Beastmaster), der gerade ein Theaterstück über die Daintree-Blockade schreibt. Shaun kannte ihn aus einer Zusammenarbeit im Theater. Jetzt kann ich endlich mal erzählen, dass ich auch andere berühmte Personen kenne – außer dem Typen von „Upps! – Die Pannenshow“.

Mossman – Part 3: They’re coming fo ya!

Da ich mir den Vormittag ja selbst einteilen konnte, habe ich mir gedacht, dass ich etwas joggen gehe. Das musste auf Grund der Temperaturen und Luftfeuchtigkeit möglichst vor Sonnenaufgang geschehen,

Ich hatte schon etwas Respekt vor dem Weg, denn ich hatte einige Geschichten über die im Regenwald lebenden Tiere gehört. Da ist z.B. der Taipan, die gefährlichste Schlange, die man sich so vorstellen kann. Immer in sehr gereizter Stimmung und sehr aggressiv, greift er alles an, was er zu Gesicht bekommt. Angeblich wurde er schon beobachtet, wie er einem vorbeifahrenden Auto hinterhergejagt ist („You killed my brother!“). Und der wurde halt schon in der Gegend gesichtet. Ryan meinte gleich vorsorglich, dass ich diesen Viechern lieber aus dem Weg gehen sollte, denn „when they see you, they’re coming for ya.“ Danke für den Tipp.

In den Zuckerrohrfelder, die in der Gegend zuhauf stehen, leben außerdem Wildschweine. Große, wilde. Und „when they see you, they’re coming for ya.“

Und dann ist da noch der Cassowary, eigentlich ungefährlich, aber wenn bedroht, schlägt er gerne mit seinen scharfen Klauen nach dem potenziellen Angreifer. Und dann kommt er auch öfter auf einen zu, so nach dem Motto: „when they see you, …“ well, you know.

That reminds of this song:


YouTube Direkt

Trotz aller potenzieller Ausflüchte, habe ich mich doch morgens aufgemacht und bin etwas gejoggt. Ich habe zum Glück keines dieser ganzen gefährlichen Tiere getroffen. Dafür aber einen sehr aggressiven Hund, der jedesmal, wenn ich an seinem Grundstück vorbeigelaufen bin, wild bellend und Zähne fletschend herausgerannt kam und mich ordentlich verfolgte. Da fürchtet man sich vor diesen ganzen gefährlichen Viechern und dann ist so’n doofer Hund das Schlimmste. Und nachdem ich das ganze Prozedere bei zwei Läufen sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg durchgemacht hatte, habe ich mich entschieden mit dem Joggen aufzuhören mir einen anderen Weg zu suchen. Der war aber lange nicht so schön, so dass ich diese Aktivität etwas eingedämmt habe und statt dessen lieber im Pool geschwommen bin.

Mossman – Part 2: Und plötzlich stehe ich im Regenwald

08.-24.08.13

Wofür ich wirklich lange zum Realisieren brauchte, war die Tatsache, dass ich mich nun im Regenwald befand. Nach der roten, eher kargen Landschaft in und um Alice Springs und das Rote Zentrum blickte ich nun auf grüne Wälder und hohe Berge – und das, auch dies musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, im Winter, bei 28° Celsius und kaum Wolken am Himmel.

Doch nicht nur die vegetationsfreudige Pflanzenwelt war überwältigend (vor allem wegen der Größe der ganzen Gewächse), mich hat insbesondere die Tierwelt fasziniert: so viele mir bisher unbekannte Vögel und Tiere, die auch noch bunt und lustig aussahen.

Vom nervigen Curlew habe ich leider keine Bilder gemacht.