Archiv der Kategorie: Queensland

Cape Tribulation

09.08.13

Das Kap des Trübsals liegt nördlich von Mossman, im Daintree Rainforest. Der Name passt mal so gar nicht, aber es war für James Cook damals gerade eine eher leidvolle Zeit, als er den Ort erreichte, und zwar schwimmend, da er vor der Küste Schiffbruch erlitt. Ein wunderschönes Plätzchen – where the rainforest meets the reef.

Shaun war von den Touristenmassen genervt. Mich haben die fünf anderen Leute am Strand nicht so sehr gestört. Und ein Bad an diesem Ort war natürlich Pflicht. Wenn in diesen Gewässern nicht so viele todbringende Viecher herumschwimmen würden: Haie, Krokodile, die sich aus den Flüssen gerne mal ins Meer bewegen, und natürlich der Box Jellyfish und der Irukandji, Quallen, die einem bei auch nur der geringsten Berührung mit ihren Tentakeln Höllenqualen und bleibende Striemen bereiten. Deren Saison beginnt aber zum Glück erst im Oktober (dann sollte man nur noch im Ganzkörperneo ins Wasser gehen). Shaun meinte aber, dass weit und breit nichts Gefährliches zu sehen sei, so dass ich mich kurz abkühlen konnte.

Mossman – Part 1: Helfen leicht gemacht

08.-24.08.13

Da ich ja aufgrund meines gehobenen Alters in Australien nicht mehr für Geld arbeiten darf, habe ich mich nach anderen Optionen umgesehen und bin dabei neben WWOOFING auf die Website helpx.net gestoßen. Hier suchen Menschen nach Helfern für verschiedene Arbeiten, meistens Hausputz und Gartenarbeit, aber auch Tierpflege, Kinderaufsicht oder Bauarbeiten. Der Deal ist: ca. vier Stunden Hilfe/Arbeit pro Tag und dafür kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Und weil ich ja für meine Reinlichkeit bekannt bin, habe ich mich bei Shaun in Mossman, ca. 100km nördlich von Cairns, beworben und wurde angenommen.

Mossman liegt mitten im Regenwald und direkt an der Great Dividing Range, einem Gebirgszug, der Australien von Norden nach Süden durchzieht. Die Gegend (von Cairns nach Norden bis zum Cape York) heißt auch Far North Queensland, FNQ. Wobei das laut Shaun auch häufig für Fucking Nothing Quick stehen kann. Und das kam mir jetzt gerade recht.

Shaun lebt auf einem one acre großen Anwesen (manche mögen es auch Resort nennen), etwas außerhalb von Mossman (Upper Cassowary Road 37), auf dem er diverse tropische Pflanzen züchtet, ein paar Hühner hält und einen Pool hat. Im Garten stehen Palmen und er baut Bananen, Zitronen, Limonen, Ananas und viele andere exotische Früchte an. Nur Äpfel wachsen in den Tropen nicht. Witzig irgendwie. Meine Aufgabe laut Ausschreibung war jedenfalls, dass ich etwas im Haushalt helfe und ihn bei der Gartenarbeit unterstütze. Leider ließ er mich nicht 😉

Nachdem wir die ersten Tage eigentlich nur gesessen, gegessen, getrunken und geschnackt haben und er mich sogar noch nach Cape Tribulation gefahren hat (Bericht folgt), habe ich mal vorsichtig angefragt, was ich denn tun könnte, um meinen Aufenthalt hier zu rechtfertigen. Shaun meinte: „First, settle in. For me it’s more like a cultural exchange.“ Nun gut. Bzw.: Großartig!

Hier ein paar Bilder meiner Unterkunft:

 

Cairns – Part 1: Tobi surft Couch

06.-08.08.13

Nach einem ereignislosen Flug von Alice Springs nach Cairns, während dessen ich mit meiner älteren australischen Nachbarin über Jack Reacher gesprochen habe („He’s a hero, you must never worry about him.“) kam ich abends im Tropic Days an. Das Hostel hatte ich beim Googlen gefunden und wirkte dort vom Preis-Leistungsverhältnis angemessen. Später habe ich festgestellt, dass es sogar als Top-Tipp im Lonely Planet genannt wird. Good choice.

Am nächsten Morgen musste ich es aber auch schon wieder verlassen, da meine erste Couchsurfing-Erfahrung auf dem Plan stand. Ich hatte mich am Nachmittag bei Juan eingemietet. Dementsprechend musste ich den halben Tag mit Sack und Pack durch Cairns ziehen, und da das nicht so einfach ist, habe ich mich an die Lagune gesetzt. Das ist sozusagen der Strand von Cairns, der, ähnlich wie in Darwin, künstlich errichtet wurde, da durch Ebbe, Flut und Würfelquallen der normale Wasserzugang nicht wirklich nutzbar ist. (Das kennen einige glaube ich auch von ihrem versprochenen Luhezugang.)

Die Beschreibung der Odysee zur Wohnung von Juan erspare ich mir, es sei nur so viel gesagt: die Pease Street hat mehrere Bushaltestellen und man sollte nicht gleich an der ersten aussteigen, wenn man in die Greenslopes Street möchte. Ich kam jedenfalls ca. 90 Minuten verspätet an, und zwar in einem etwas, naja, schmuddeligen Viertel, in dem die Wohnungen keine Klingeln und die Fenster Gitter hatten. Und Juan war nicht da. Und seine Telefonnummer stimmte nicht. Da ich mir ja gerne Sachen ausmale, habe ich mir schon überlegt, wie ich mich bei einem eventuellen Ausrauben verhalten würde („Take everything you want!“), habe aber brav gewartet.

Netterweise hat mir der Nachbar Juans richtige Nummer gegeben und dann war auch alles gut. Er kam und hat mir die Gegend gezeigt. Wir haben uns den Regenwald – ja, Cairns steht mitten im Regenwald! – um die Ecke angeguckt und abends noch etwas geschnackt. Juan kommt ursprünglich aus Kolumbien, ist aber nach Australien emigriert und arbeitet in einem Hostel.

Morgens gab es ein Big Breakfast und dann ist er nach Fitzroy Island aufgebrochen und ich habe auf Shaun aus Mossman gewartet, für den ich in den nächsten Wochen arbeiten sollte.