Archiv der Kategorie: tour

Fantastic Fiordlands – Part 3: Doubtful Sound

19.-22.01.2014

Wieder in Te Anau angekommen, habe ich kurz die Wettervorhersage gecheckt und, da die gut war, eine Tour zum Doubtful Sound gebucht. Auf dem Weg dahin habe ich Zwischenstation in einer Schuljugendherberge gemacht, die direkt am Eingang zum Sound liegt und auf Grund der Ferien auch für Normalsterbliche zugänglich war. Da das aber anscheinend nicht viele wussten, war ich der einzige Bewohner (abgesehen vom um die Ecke wohnenden Ranger). Das Gebäude war der am weitesten von der Zivilisation entfernte Ort, an dem ich je war. Und dann noch alleine. Hatte was. Ich habe jedenfalls etwas die Gegend erkundet und bin ein paar für Schüler eingerichtete Tracks gelaufen.

Am nächsten Tag ging es auf die Kreuzfahrt durch den Doubtful Sound, der um einiges größer ist als der viel bekanntere Milford Sound. Sounds sind übrigens Fjorde, aber eine Umbenennung kommt für die Neuseeländer nicht mehr in Frage. Und so sah das damals aus:

Erneut eine Tour, die sich wirklich gelohnt hat.

Kangaroo Island – Day 2

13.10.13

Nach der Morgentierschau (Kängurus und Alpacas) und Frühstück sind wir zu den Remarkable Rocks aufgebrochen. Die hatte Matthew Flinders bei seiner Australienumseglung gesehen und gemeint, dass sie „pretty remarkable“ seien. Australische Namensgebung ist so praktisch. Recht hatte er trotzdem.

Beim Admirals Arch haben wir dann die andere Robbenspezies der Insel gesehen: die New Zealand fur seals. Im Gegensatz zu den australischen Seelöwen sind die fur seals nicht vom Aussterben bedroht. Sie stehen ihnen an Niedlichkeit aber in nichts nach.

Da das Wetter sehr durchwachsen war (Wind und Regen), haben wir danach nur noch Stationen aufgesucht, die überdacht waren: das Flinders Chase Discovery Centre, die Emu Eucalyptus Distillery und die Honey Farm. Eher wenig spektakulär, aber mir war eh‘ etwas kalt. Ich hatte mich noch nicht an das veränderte Klima gewöhnt und außerdem meine lange Hose im Hostel gelassen.

Das bemerkenswerteste an der Tour war vielleicht, dass ich der einzige deutsche Teilnehmer war. Das gab’s bisher noch nie. (Schwyzerdütsche zähle ich jetzt mal nicht dazu, die sind ohnehin nur sehr schwer zu verstehen.) Tourguide Sandy war sehr cool und hat mir auf der Rückfahrt sogar noch ihre Playlist mit typischer australischer Musik kopiert. Jetzt bin ich bestens ausgestattet für meinen Road Trip nach Melbourne.

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Känguru und Sandy – oder andersrum

Kangaroo Island – Day 1

12.10.13

Nachdem ich mich von der Weintour erholt hatte, ging es am nächsten Morgen gleich auf die nächste Tour. Denn auch Kangaroo Island muss man gesehen haben. Stimmt.

Nach einer längeren Busfahrt durch die hübsche Fleurieu Peninsula und der teuersten Fährfahrt Australiens (war aber inklusive) ging es auf Wanderungen am Strand und auf Hügel. Höhepunkt waren dann die Australian sea-lions:

Wenn ich die Fotos angucke, grinse ich immer wieder. Die waren alle total aktiv und sind herumgetollt, geschwommen und haben miteinander gerungen. Ich habe auch lustige Videos gedreht, die gibt’s aber erst in Deutschland zu sehen. Unsere Führerin meinte während der Führung: „I cannot tell you great it is today!“ Musste sie auch gar nicht.

Nach dem anschließenden Kajakfahren sind wir ins Koala Sanctuary und haben jede Menge Koalas gesehen. Einer ist sogar vom Baum runter, kurz über die Wiese und auf den nächsten Baum hoch geklettert.

Abends gab’s ein Barbie (BBQ) und ich habe mal wieder neue Tiere entdeckt und mich gleich mit ihnen angfreundet: Alpacas. Vom Aussehen her sind sie ein Mittelding zwischen Lama und Kamel und produzieren wohl die beste Wolle der Welt.

 

Barossa Valley

11.10.13

Wenn man schon in der Gegend ist, muss man auch eine Weintour machen, wurde mir gesagt. Und da ich mir ja gerne Sachen sagen lasse, habe ich das dann auch getan.

Barossa Valley ist wohl die bekannteste Weingegend in Australien und wurde Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts von deutschen Immigranten besiedelt, die dort Dörfer wie Hahndorf gründeten, wo man auch heute noch German bratwurst bekommt – auch wenn eigentlich keine deutschen mehr dort wohnen. Die Weingüter selber tragen aber weiterhin deutsche Namen und sind auch teilweise noch in deutschem Besitz. Vier davon haben wir uns auf der Tour angeschaut und dabei jeweils 5-10 Weine probiert. Fazit: Ich mag Weißwein. Genauer: Sauvignon und Chardonnay. (Das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich die am Anfang der Tour probiert habe.) Ich mag nicht so gerne: trockenen Rotwein, aber auch keinen süßen und auch keinen Shiraz. Getrunken habe ich sie trotzdem alle. Damit ich mitreden kann. Somit kann mein Eindruck aber auch beeinflusst worden sein, denn irgendwann war der Geschmacksunterschied nicht mehr sooo groß…

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Rainbow Beach und Fraser Island

16.-19.09.2013

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und ja, sie besteht wirklich nur aus Sand und alle Pflanzen und der Regenwald dort wachsen auf Sand. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass, wenn man dort fahren möchte, man nur auf Sand fährt und deshalb einen Vierradantrieb benötigt. Q.e.d., sozusagen. Und da wir natürlich immer schon mal im Sand herumheizen wollten, haben wir extra die Tag-Along-Self Drive-Tour gebucht. Dafür mussten wir am Tag vorher ein Briefing über uns ergehen lassen (auch am Strand ist Linksfahrgebot, Dingos nicht füttern, auf Wellen und Gezeiten achten etc.). Dabei haben wir auch unsere Autobesatzung kennen gelernt, mit der wir am Abend noch etwas Billard und Karten gespielt haben.

Am nächsten Morgen ging’s dann los. Acht Leute im Auto: Ramona, Vanessa, Lara aus Deutschland, Gino aus der Schweiz und Benoit und Thibaud aus Frankreich. Dazu noch Björn und ich.

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Nachdem unser Guide Luke noch schnell die Lautsprecher seines lead trucks repariert hatte (Musik ist halt wichtig), sind wir mit der Fähre übergesetzt (Delfine überall!) und haben schon nach ein paar Metern auf der Insel den ersten Dingo gesehen:

Exkurs (Bildungsauftrag): Dingos kamen vor ca. 10.000 Jahren aus dem nördlichen Papua-Neuguinea nach Australien. Da es bis dahin keine Raubtiere auf dem Kontinent gab, hatten sie keine natürlichen Feinde und konnten sich ordentlich austoben. Damit sind sie, neben dem Menschen natürlich, auch dafür verantwortlich, dass einige Tierarten, wie z.B. das Riesenkänguru, mittlerweile ausgestorben sind (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Auf Fraser Island leben sie auch schon sehr lange und hatten sich mit der Zeit so an die Touristen gewöhnt, dass sie kaum noch Scheu zeigten und sich auch in Camps wagten, um dort Essensreste abzugreifen. Vor ein paar Jahren gab es dann einen Zwischenfall, bei dem ein Dingo ein Kind tötete. Daraufhin wurden diverse Dingos erlegt und es wurde beschlossen, klare Richtlinien im Umgang mit den Tieren durchzusetzen (z.B. keine Annäherungsversuche wie Füttern mehr). So werden Dingos mittlerweile wieder als das, was sie sind, nämlich wilde Tiere, behandelt, und wenn man nicht gerade im Vollsuff zwei Kilometer außerhalb des Camps bei Pinkeln umkippt und liegenbleibt (wie es vor einiger Zeit angeblich ein Tourteilnehmer tat), gehen sie einem aus dem Weg. (Der werte Tourist wurde übrigens übel zugerichtet und zerfleischt, hat aber überlebt.) Langer Exkurs, sorry. Da kam das Lehrergen durch.

Unser Guide Luke war eine ziemlich coole Socke, der die mir sehr sympathische Macke hatte, möglichst viele seiner Ansagen in Reimform zu packen. Außerdem hat er mir sehr interessante Ansichten zur Situation der Aborigines und zum Leben allgemein geliefert. Eines seiner Mottos werde ich zukünftig übernehmen: Appreciate.

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Am ersten Tourtag sind wir noch zum Lake MacKenzie gefahren, einem See, der nur aus Regenwasser besteht (perched lake, heißt das glaube ich), bevor wir abends im Camp gekocht, gespielt und die zwei niedlichen Riesenpythons beobachtet haben, die sich unter dem Vordach aufhielten.

Tag 2 begann mit einer Fahrt zum Hangover Creek, der eigentlich Eli Creek heißt, und aus dem wir unser Trinkwasser aufgefüllt haben – sicherheitshalber am Anfang des Baches.

Dann ging es zum Wrack der Maheno, welches 1936 beim Transport nach Japan auf Grund gelaufen ist und dann wegen eines extrem ungünstigen Kosten-Nutzenverhältnisses einfach liegengelassen wurde.

Danach zum Indian Headland, zum Wal-, Delfin-, Hai- und Schildkrötenbeobachten. Nur Schildkröten gesehen. Also ab zum Champagne Pool, der aber nur mit Wasser gefüllt ist und bei Ebbe auch nur sehr bedingt. Dann haben wir noch Pippies (Muscheln) gesammelt, welche abends gekocht und verzehrt wurden.

Ansonsten fällt der zweite Abend unter das Motto: What happens on Fraser, stays on Fraser.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen war schön, auch wenn natürlich wieder mal Wolken im Weg waren:

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Der letzte Tag bestand aus Resteessen (man kann sagen, dass die zur Verfügung gestellte Box mit Essen zum Selberrationieren nicht gereicht hat) und einem Besuch am Lake Wabby, umrundet von, überraschenderweise, Sand.

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Abends dann wieder Bier und Billard in Rainbow Beach sowie ein bisschen Dart, Tischtennis und Livemusik. Appreciate.

Airlie Beach und die Whitsunday Islands

09.-13.09.2013

Nach meinem ersten Haarschnitt in Australien (Ayr, 09.09.2013, $18) ging es nach Airlie Beach, dem Ausgangsort für fast alle Touren zu den Whitsunday Islands. Airlie Beach ist ein ziemlich durchtouristisiertes kleines Örtchen mit einem gewissen Charme aber einem sehr steinigen Strand. Das weiß man aber nicht, bevor man reingeht. So haben wir uns erstmal die Füße lädiert und sind danach an die vorgelagerte Lagune gegangen. Hier habe ich zum ersten Mal Crackmöwen gesehen:

Crack-Möwen mit Crack-Keks

Die Whitsundaytour haben wir auf der „The Pride of Airlie“ gemacht, mit Skipper Kevin und den Deckhands Adam und Reid, beides Amis. Die Übernachtung war nicht auf dem Boot, sondern auf South Molle Island, einem Resort auf einer tropischen Insel der Whitsundays, in dem man u.a. Kokosnüsse knacken, Kayak fahren und Golf spielen konnte.

Das Ungewöhnliche an der Tour war, dass mehr Australier als Deutsche dabei waren. Das gibt es nur sehr selten an der Ostküste. Die Aussie-Gang hatte gerade eine Woche Urlaub und hatte sich anscheinend fest vorgenommen, jede Minute dieser Zeit mindestens ein paar Promille Alkohol im Blut zu haben. Zumindest auf der Tour dürften sie das geschafft haben. (Wobei wir sie witzigerweise auch am Abend vorher schon im Pub beim Karaoke singen gesehen hatten und da sollte der Pegel auch gehalten worden sein.) Dazu kamen noch ein paar Mexikaner, zwei Engländer und noch andere Menschen, mit denen ich mich nicht unterhalten habe.

Bilder vom Boot:

Am zweiten Tag sind wir geschnorchelt (ich habe 15 Minuten lang eine Schildkröte verfolgt) und sind dann zum Whitehaven Beach geschippert. Das ist der (angeblich) weißeste Strand der Welt, da er nicht aus Sand, sondern aus Silikat besteht, und so fein ist, dass er gut Kameras ruinieren kann. Als Ausgleich bietet er aber so eine unglaublich schöne Aussicht, dass man gar keine schlechten Fotos machen kann.

Abends war Karaoke-Nacht auf der Insel. „99 Red Balloons“ für die Deutschen. Ich bleibe lieber weiterhin bei Major Tom.

Am letzten Tag sind wir noch einen der besten (laut National Geographic) bushwalks der Ostküste gegangen, den Spion Kop. Dabei durfte man mal wieder an den Hintern der grünen Ameisen lecken (als erfahrener Australienreisender hatte ich das ja schon hinter mir) und hatte wirklich beeindruckende Aussichten. Die Whitsundays haben mich glaube ich für viele weitere Lookouts verdorben.

 

 

Red Centre Tour: Day 3 – Kings Canyon

04.08.13

Da will der gemeine Tourist eigentlich nur den Uluru sehen und dann kommen die nächsten beiden Tage noch solche Steigerungen. Gut, dass ich vorgewarnt war. Der Kings Canyon im Watarrka National Park setzt der Tour im wahrsten Sinne des Wortes die Krone auf – wenn man die fruchtbaren, grünen Landschaften inmitten dieser roten Ödnis sieht, bleibt einem (also mir) die Spucke weg. Und das beste: Der Canyon fasst nochmal alles das zusammen, was ich bisher gesehen habe: Fluss, Gorges (wobei das per Definition natürlich nicht stimmt), uralte Gesteinsformationen, tiefe Abgründe, Aborigine-Malereien und -Versammlungsstätten, Pflanzen und Vögel und sogar noch die Bungle Bungles (in Kleinformat). Ein toller Abschluss der Zeit im Outback – als wenn ich das geplant hätte…

Im Vergleich zu der ersten Tour war diese schon deutlich touristischer. Es sind wirklich Massen, die dort durch die Gegend gekarrt werden – und das jeden Tag aufs Neue. Und auch wenn man sich einige Plätze mit mehreren Dutzend oder gar Hunderten von Leuten teilen muss, kann ich diese Tour sehr empfehlen. Ich hatte Zeit für all das, was ich sonst auch gemacht hätte, musste nicht selbst fahren und bekam noch einige Extra-Infos durch Pip. Trotzdem habe ich jetzt erstmal genug vom Durch-die-Gegend-Touren. Gut, dass ich bald Arbeit habe.

Red Centre Tour: Day 2 – Kata Tjuta

03.08.13

Kata-Tjuta (früher auch: die Olgas) ist sozusagen der große Bruder oder besser beide Elternteile des Uluru, bekommt aber nur ca. ein Achtundsiebziegstel der Aufmerksamkeit. Und das vollkommen zu unrecht. Die Steinformationen sind nicht nur vergleichbar mit denen des Uluru, sondern auch viel zahlreicher. Es sind sozusagen viele, aneinandergereihte Ulurus. Da diese Berge aber, im Gegensatz zum Uluru, von den Aborigines noch als heilige Stätte aktiv genutzt werden, gibt es für Touristen nur wenige freigegebene Wege. Eigentlich sogar nur einen, und der trägt den fantastischen Namen „Valley of the Winds“. Den sind wir dann auch zum Sonnenaufgang gegangen.

Auf dem Weg zum Camp haben wir noch Mount Connor, im Volksmund auch Fooluru genannt, gesehen. Viele Unwissende brechen schon in Jubel aus, wenn sie ihn sehen, dabei ist das Original noch 100km entfernt.

 Mt Connor - Fooluru

Dann ging es Richtung Kings Canyon, wo wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben.

Red Centre Tour: Day 1 – Uluru

02.08.13

Lange keine Tour mehr gemacht. Gut, dass ich die 3-Tagestour von Alice Springs ins Red Centre und zurück bereits in Deutschland gebucht hatte und somit endlich wieder früh raus musste – und das an meinem Geburtstag.

Der Truck war diesmal ein Bus mit Anhänger für’s Gepäck und es waren 21 Teilnehmer unter der Leitung von Pip.

pip

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis zum letzten Tag nicht alle Namen gekonnt habe, dazu war die Zeit zu knapp, meine Motivation zu gering und die Leute auch zum Teil etwas uninteressant bzw. anstrengend. Aber ich will ja nicht jammern, denn viele waren auch sehr nett.

Jedenfalls war das erste Ziel der Tour der sagenumwobene Uluru, der seit 1985 wieder im Besitz der Anangu ist und seitdem auch offiziell so heißt (Ayers Rock war nur die „weiße“ Benennung eines Monolithen, der schon lange einen Namen hatte). Dieser liegt übrigens keineswegs gleich um die Ecke von Alice Springs, sondern gute 600km weit weg. Es waren also noch einige Stunden zu fahren. Die Straßen sind aber mittlerweile so gut ausgebaut, dass man eigentlich hauptsächlich geradeaus fahren muss. Und natürlich an allen Stopps die anderen Touren, die die gleiche Route haben – und davon gibt es jede Menge –, wieder und wieder trifft.

Beim Uluru hatten wir ca. vier Stunden Aufenthalt, was laut Plan ziemlich genau für eine Umrundung des Berges reicht. Ich wollte aber gerne noch das Cultural Centre sehen, deshalb habe ich mich von Pip dort zusammen mit John aus England absetzen lassen und darauf gezockt, dass ich beides, Centre und Base Walk, zeitlich schaffe. Ausdauersport ist ja schließlich meine Spezialität. *hüstel* Die Option, auf den Berg zu klettern, gab es wohl auch, aber Pip hat doch sehr deutlich gemacht, dass es sehr gefährlich ist (und dabei diverse Unfälle aufgezählt) und außerdem wenig respektvoll gegenüber den Eigentümern, den Anangu, für die der Uluru ja eine heilige Stätte ist. Ich hatte mich, obwohl ich ja so einige Leute kenne, die dort hochgeklettert sind, im Vorhinein schon dagegen entschieden. Man klettert in einer Kirche ja auch nicht auf die Kanzel oder spuckt ins Weihwasser. (Interessante Randnotiz: Auf die Frage, warum man denn das Besteigen nicht einfach komplett verbieten würde, antwortete Pip, dass dann jeden Tag ein Drittel weniger Touristen kommen würden. Insbesondere die Japaner und Chinesen sehen die Uluru-Besteigung wohl als Höhepunkt ihrer Touren.)

Das Cultural Centre hat mich leider enttäuscht, da hatte ich mir mehr interessante Informationen versprochen. Jedenfalls ging’s dann gleich zum Uluru, für dessen Umrundung ich noch ca. zweieinhalb Stunden hatte. Und mal so als Tipp: Das reicht auch locker. Und es war toll. Ich war total gefangen. Denn ja, auch wenn man ihn schon tausendmal auf Fotos gesehen hat, man muss ihn einfach „live“ erleben. Ich kann auf jeden Fall sehr gut verstehen, dass, wenn man als Aborigine in dieser Gegend aufwächst, man sicher ist, dass dieser Berg eine höhere Bedeutung haben muss. Und wieder einmal muss ich Bill Bryson zitieren, der meine Gefühle so wunderbar auf den Punkt bringt:

Dabei ist der Uluru weder größer noch vollkommener gestaltet, noch in irgendeiner anderen Weise anders als das Bild, das man schon im Kopf hat. Ganz im Gegenteil. Man kennt den Felsen. Man erkennt ihn mit einem Gefühl, das nichts mit Kalenderbildern und Umschlägen auf Fotobänden zu tun hat, sondern sich auf etwas viel Elementareres gründet.

Man begreift es nicht und kann es auch absolut nicht in Worte fassen, doch man empfindet eine Bekanntschaft mit ihm – eine ungewohnte Vertrautheit. Irgendwo in den tiefen Schichten der eigenen Existenz hat sich ein Bruchstück einer lange schlummernden Urerinnerung, ein kleines Fitzelchen DNA gerührt oder gezuckt. Eine Regung, die viel zu schwach ist, als dass man sie verstehen oder deuten könnte, aber aus irgendeinem Grunde ist man überzeugt, dass dieses große, ehrfurchtgebietende Ding eine Bedeutung für einen hat und der Besuch hier doch mehr als Zufall ist.

(Quelle: Bill Bryson, Frühstück mit Kangurus)

Ich versuche das mal, so gut wie es eben geht, mit Fotos zu verdeutlichen:

West Coast Tour: Day 21 – Katherine to Darwin

25.07.13

Ein luxuriöses Abschlussfrühstück mit Bacon and eggs, Pancakes und allem, was dazugehört und dann zu den Edith Falls, zu denen Ivar etwas abgestumpft meinte: „Just another waterfall.“ Hatte er aber irgendwie recht. Nachdem, was wir alles gesehen haben, wirkte er eher niedlich und wenig spektakulär. Aber ein netter Tourabschluss.

Denn danach ging es direkt nach Darwin, dem Ziel unserer Reise. Dort gab es endlich mal wieder ein Bett. Und auch wenn es auf dem Foto nicht ganz so rüberkommt wie in der Realität – ich war ganz schön dreckig.

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Das Shirt habe ich übrigens Birte mitgegeben. Das war einfach mit australischem Waschmittel nicht mehr sauber zu kriegen. Mal sehen, ob das in Deutschland funktioniert.

Abends haben wir noch den obligatorischen Tourabschied im Monsoon’s gefeiert – gut, dass ich Disco-Fox auf alles tanzen kann – und dann waren 21 Tage Tour vorbei. Es war meiner Ansicht ein perfekter Einstieg in das vor mir liegende Jahr. Es war, wie viele, die bereits die Ostküste bereist hatten, meinten, das Australien, wie man es sich (und ich mir auch) vorstellt – unendliche Weiten (hierzu mal wieder ein Zitat von Bill Bryson: „Fünfhundert Meilen in Australien sind nicht das Gleiche wie fünfhundert Meilen woanders, und das begreift man erst, wenn man das Land auf Bodenniveau durchquert.“), roter Sand überall, unberührte Natur, faszinierende Landschaften (ich habe noch nie so lange aus dem Fenster eines Busses gucken können, ohne, dass mir langweilig wurde) und klare Gewässer. Dazu zwei tolle Guides und eine wirklich nette, unkomplizierte und effiziente Truppe, in der es keinen gab, der genervt hat.

Birte, die ja schon ordentlich in Australien herumgekommen ist, meinte bereits nach der ersten Woche, dass ich gleich wieder mit nach Hause kommen könnte, denn das, was wir alles gesehen und erlebt haben, ist nur schwerlich zu toppen.

Well, I’ll give it a try. 😉